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Beate hatte uns in ihren Heimatort nach Eichwalde eingeladen. Und so treffen sich kurz vor Frühlingsanfang 25 Sportfreunde am S-Bahnhof Eichwalde. Frühmorgens beim Aufstehen schienen die Meteorolügen mit ihren Negativprognosen noch recht zu haben – es regnete. Aber schon bei der Anfahrt zum Treffpunkt gegen halb elf ließ es langsam nach, und bald können die Regenschirme eingeklappt werden. Keiner der Gemeldeten hatte sich abschrecken lassen. Wir sind halt doch echte Wassersportler.

Nachdem sich alle auf der Westseite vom Bahnhof Eichwalde versammelt hatten, geht es los. Der Ort ist eine noch sehr junge Gemeinde, sie wurde erst am 20. März 1893 gegründet, nachdem das zu Schmöckwitz gehörende Gut Radeland für Siedler aufgeteilt wurde.  Seit seiner Gründung ist die Einwohnerzahl beständig gestiegen, besonders in den letzten 20 Jahren durch Zuzug aus Berlin auf rund 6,5 Tausend. Unser Weg wird gesäumt von vielen alten, neuen und ganz neuen Ein- und Zweifamilienhäusern inmitten eines kleinen Gartens. Es geht kreuz und quer durch mehrere Nebenstraßen, anschließend durch ein größeres Waldstück.

Als wir den Wald verlassen, sind wir plötzlich in Zeuthen, d.h. eher im alten Ortsteil Miersdorf. Zeuthen ist viel älter, die erste schriftliche Erwähnung für das Zeuthener Territorium ist der 10. Februar 1317. Aber heute ist der historische Ort Zeuthen und Miersdorf wieder unzähligen Einfamilienhäusern gewichen. Mehrmals wechseln wir die Straßenseite und wandern um irgendwelche Ecken. Zielsicher findet aber Beate den Weg, später hat sie mir verraten, dass sie die Strecke ein paar Tage vorher noch einmal mit dem Fahrrad abgefahren ist. Schließlich landen wir am Eingang des Höllengrundes. Hier beginnt das Naturschutzgebiet. Der Teufel soll dort laut alter Sage seine Hand im Spiel, oder vielmehr seine Hand am Pflug gehabt und dieses mächtige Tal in die Landschaft gezogen haben. Malerisch steht der Erlenwald rechtsseitig vom Wanderweg im Wasser des Höllengrundes.

Im Höllengrund

Beim Höllengrund handelt es sich um ein Abflusstal für die Schmelzwässer der letzten Eiszeit, der Weichselvereisung. Die Schmelzwässer strömten in Richtung des heutigen Dahmelandes. Angrenzend an die letzten Gewässerteile liegt der Pulverberg. Pulverberg heißt er deshalb, weil dort in dem heute noch erkennbaren mächtigen Kugelfang die in Wildau gefertigten Kanonen, der Vorgänger der Lokomotivfabrik Schwarzkopf, eingeschossen wurden. Plötzlich reißt auch der Himmel auf und die Sonne bricht durch. Das wurde sogleich für ein Gruppenfoto genutzt.

Am Ende des Höllengrundes drehen wir um und wenden uns wieder nach Norden. Auf einem anderen Weg erreichen wir die Dorfstraße in Miersdorf und stehen zur Mittagszeit vor dem griechischen Restaurant „Akropolis“. Hier hat Beate für uns reserviert. In der reichhaltigen Speisekarte findet jeder ein ihm genehmes Essen, nur Wolfgang mäkelt an den vielen Knoblauchbestandteilen rum.

 

Gut ausgeruht und gesättigt geht es auf das letzte Teilstück der insgesamt 16 Kilometer langen Wanderung.

 

Dorfkirche in Miersdorf

An der Dorfstraße befindet sich die evangelische Kirche, sie stammt vermutlich aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Sie ist aus auffällig ungleichmäßigen behauenen Feldsteinen gebaut und damit eine Besonderheit unter den Kirchen im Teltow.

Über verschlungene Wege, einmal kreuzen wir auch die S-Bahn nach KW, gelangen wir wieder nach Eichwalde und landen auf dem Grundstück von Beate.

 Wandermüde?

Zu ihrem Glück regnet es nicht, so kann sich die gesamte Mannschaft im Garten und auf der Terrasse aufhalten. Beate hat viel Kuchen gebacken und Kaffee gekocht.

 Kaffeetafel bei Beate

Als alles verputzt ist, helfen wir noch schnell beim Aufräumen. Dann geleitet uns Beate zum S-Bahnhof nach Eichwalde. Obwohl Zeuthen und Eichwalde unmittelbar vor den Toren Berlins liegen, war es für alle unbekanntes Neuland, kennen wir doch Zeuthen nur vom Wasser aus, deshalb ein großes Dankeschön an unsere Wanderleiterin Beate. Jetzt hat sie wieder ein Jahr Zeit, sich eine neue Überraschung auszudenken.

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