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Eine Jubiläumsfahrt ist immer etwas Besonderes. In diesem Jahr haben wir darüber hinaus noch ein besonderes Jubiläum. 25 Kanuwanderfahrten in den neuen Bundesländern haben mehr als 30-mal stattgefunden. In den 70/80er Jahren des vorigen Jahrhunderts hoben rührige Kanufunktionäre um den Vorsitzenden der Kanuwanderer Sportfreund Reiner Buhl viele neue Fahrten aus der Taufe und verhalfen damit dem Kanuwandersport zu einem ungeheuren Aufschwung.

Angeregt und ermutigt durch einige Winterfahrten des polnischen Verbandes, an denen auch vermehrt deutsche Kanuten teilnahmen, fand auf Initiative des legendären Hilmar Schmidt aus Schwedt 1978 die erste Winterfahrt auf der Müggelspree von Fürstenwalde nach Erkner statt.

Reiner Buhl und Hilmar Schmidt eröffnen die I. Winterfahrt auf der Spree

Hilmar hatte das richtige Wochenende im Februar gewählt. Es war knackig kalt und der Dämeritzsee zugefroren. Aber zum Glück war die Eisdecke bereits tragfähig, so dass die gesamte Mannschaft in einer langen Reihe, jeweils mit 10 m Abstand, ihre Boote über das Eis ziehen konnten. Ziel war nämlich der Speisesaal des Teerwerks Erkner, einem Teilbetrieb vom PCK Schwedt, mitten im Flakenkanal.

 

 Wanderung übers Eis des Dämeritzsees

Bereits bei der zweiten Fahrt lagen über 250 Meldungen vor. Wegen der objektiven Bedingungen, wie Größe des Quartiers, Kapazität der Gaststätten und Betreuungsmöglichkeiten durch den Veranstalter, den Kanuverein PCK Schwedt, war damit auch das Teilnehmerlimit vorgegeben. Da half in der Folge nur zeitiges Melden. Und äußerste Disziplin wurde vom Veranstalter eingefordert. Das gesamte Teilnehmerfeld wurde in vier Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe bekam nach polnischem Vorbild einen Piloten (erster Fahrer) und einen Ratownik (letzter Fahrer). Diese vier Gruppen fuhren dann in einem exakten Zeitplan ab Fürstenwalde die Spree abwärts. Aber somit gab es an der Großen Tränke am Grill und beim Umsetzen sowie in den Gaststätten in Hangelsberg beim Mittagessen keine Drängelei. Zehn Jahre hat der Verein PCK Schwedt dieses Regime durchgehalten. Glücklicherweise haben dann die Berliner Kanubären die Fahrt übernommen. Der damalige Landeswanderwart (der hieß aber noch Vorsitzender der Kanutouristikkommission) hat dann die Fahrt ganz schnell auf Ende November verschoben, weil sie zweimal wegen heftigen Schneefalls und zugefrorener Müggelspree ausgefallen war. Auch der Fasching fand dann zum Totensonntag nicht mehr den rechten Anklang. Aber die findigen Kanubären haben sich was Neues einfallen lassen. Am Abend der ersten Etappe sollte es für alle ein tolles Büffet geben. Allerdings war gleich der erste Versuch im Kinderferienlager am Störitzsee ein Flopp. Nach kurzer heißer Schlacht am kalten Büffet war bereits nach 10 Minuten die Tafel total leer gefegt. Also beschlossen die Kanubären: “Das machen wir künftig selber!“ Doch dazu später.

Nach einem langen Begrüßungsabend am Freitag mit einer ausführlichen DIA-Show mit vielen, vielen Fotos aller bisherigen 39 Winterfahrten auf der Spree, konnte dann am Sonnabendmorgen die ganze Mannschaft sehr ökologisch (und wieder sehr preiswert) mit dem Regionalzug nach Fürstenwalde fahren. Zur Eröffnung konnte der Fahrtenleiter Jörg Stampe 97 Sportfreunde mit einem lauen „Sport frei!“  begrüßen. Angereist waren sie aus Rostock (12), Greifswald (11), Potsdam (2), Brandenburg (5), Eisenhüttenstadt (5), Görlitz (5), Einzelpaddler vom LKV Brandenburg (5), Jena (2), Dessau (3)  und acht Berliner Vereinen (47). Trotz der sehr feuchten Wetterprognosen waren alle angereist, ließen sich auch nicht vom Dauerregen abhalten und stiegen nach der Eröffnung in die Boote.

 

Eröffnung der 40. Winterfahrt auf der Spree, der Fahrtenleiter im nostalgischen Outfit

 Die Mannschaft des SCBG

Nach fünf Kilometern auf dem breiten und langweiligen Oder-Spree-Kanal kommt endlich der Abzweig zur Müggelspree am Wehr Große Tränke in Sicht. Hier wartet bereits der ersehnte und heute hoch willkommene Glühweinstand. Als Überraschungsgeschenk gibt es für jeden Teilnehmer einen von Heike handsignierten Thermobecher, damit der Glühwein auch schön heiß bleibt.

 

Am Glühweinstand

 

Und damit das edle Getränk nicht allzu verwässert wird, hat der Veranstalter einige Tarps und Partyzelte aufgebaut. Hier kann sich der einzige am Wehr Gekenterte wenigstens unterm Dach wieder trockene Sachen anziehen. Lieber Sportfreund, beim nächsten Mal bitte die Befahrbarkeit des Wehres erst durch eine Besichtigung prüfen.

 

Bbrrr, nass von Innen und Außen

Als alle gesättigt (es gab natürlich noch Bratwurst und Steak) und reichlich abgefüllt sind, kann die Fahrt auf der Müggelspree weiter gehen. Ein Sportfreund probiert noch die Route über die Fischtreppe. Aber ein quer liegender Ast hält weitere Kandidaten von dieser Strecke ab.

Gegen 14.00 Uhr  haben wir das Ziel in Hangelsberg erreicht und freuen uns auf die heiße Dusche in der Müggelspree-Turnhalle und ein kleines Nachmittagsschläfchen.

 Ankunft in Hangelsberg

Am Nachmittag beginnen die Kanubären im Bürgerhaus zu wirbeln und bereiten das abendliche Büffet vor. Unter der Leitung von Heike sind fast alle aktiven Mitglieder an der Aktion beteiligt. Die nachfolgende Bildstrecke dokumentiert nun, was den Teilnehmern der Fahrt ansonsten verborgen bleibt:

       

 80 Eier schälen, halbieren...                                                         ... und garnieren

    

Arbeit am Obstsalat                                                            Das Ergebnis

    

„So wird’s gemacht!“                                                                     „Lehrlinge“ bei der Arbeit

    

Installation der Herdplatten…                                                        … für die Suppen

Die Suppen haben die Köchinnen bereits zu Hause gekocht, sie werden nur noch auf den eben installierten Herdplatten heiß gemacht. Nur Thomas hat erst an der Großen Tränke seine

   (Sputniksuppe) gekocht.                                                               

 Letzte Handgriffe am Kalten Büffet

Gegen 18.30 Uhr sind alle Vorbereitungen abgeschlossen und nun strömen auch die Teilnehmer aus der nahen Turnhalle ins Bürgerhaus. Als alle anwesend sind, begrüßt Jörg noch einmal die Sportfreunde zur 40. Fahrt. Aber bevor das Büffet endlich gestürmt werden kann, bedanken sich seine Sportfreunde für die ehrenamtliche 30-jährige Arbeit mit einem Präsentkorb und einer kunstvollen „kanusportlichen“ Torte.

 Dank an den Fahrtenleiter für 30 Jahre erfolgreiche Leitung der Winterspreefahrt

Hoffen wir, dass auch der LKV Berlin sich seiner ehrenamtlichen Fahrtenleiter erinnert und diese entsprechend würdigt. Bei der Jubiläumsfahrt war jedoch kein Vertreter des LKV-Präsidiums dabei.

Die langjährigen Teilnehmer von Tiefbau Berlin/SCBG und vom Rostocker Kanuverein überreichen Jörg ebenfalls ein kleines Präsent als Dankeschön.

    

Jubiläumsgeschenke

Aber dann endlich ist der offizielle Teil vorbei und die ganzen Köstlichkeiten können verspeist werden, wie da sind American giant soup (kann Auszüge von Kürbis enthalten), Antierkältungssuppe (im Wurzelgemüsebett auf Bio-Hahn), Bunter Erdapfelschmaus, Entspannungssuppe (auf ayurvedischer Grundlage), Gemüsegarten (trifft auf Rindvieh), Hochlandrind (badet im Bohnenbad), Pekingsuppe, (Diese Suppe heißt) Reitersuppe (und keiner weiß warum), Schlesischer Bigos (gekocht vom echten Berliner) und Cпутник суп (Sputniksuppe für die Spätgeborenen). Einer meiner Sportfreunde hat sechs Suppen geschafft, mehr war nicht drin. Sie haben alle hervorragend geschmeckt. Ich weiß nicht, wie sich die Kanubären da noch steigern wollen.

Nachdem alle reichlich satt sind, beginnt die Disko. Aber mit vollem Bauch ist schlecht tanzen, oder werden wir langsam alt? Auf der Tanzfläche ist immer genügend Platz.

Am nächsten Morgen heißt es zeitiger aufstehen. Vor oder nach dem Frühstück bringen Einige Ihr Auto nach Erkner und nutzen wieder die Eisenbahn zur Rückfahrt. Der Regen hat sich verzogen und zum Start ab 09.30 Uhr scheint eine kalte Sonne vom blauen Himmel.

 Anne, Martin und Frank vom SCBG

Nach zweieinhalb Stunden legen wir an der Jägerbude eine Pause ein. Nachdem wir wieder aufgewärmt sind, paddeln wir noch eine Stunde bis zu unserem Ziel in Erkner. Wie schon in den letzten Jahren steigen wir zwischen Straßen- und Eisenbahnbrücke auf der rechten Seite aus.

Trotz des sehr nassen Starts war es wieder eine sehr schöne Fahrt zum Jahresende. Und Jörg hat mir versprochen, dass er die Fahrt ob seines jugendlichen Alters noch ein paar Jahre leiten will. Deine Sportfreunde werden es Dir weiterhin danken!

 

 

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