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Der Kanurennsport wird zusammen mit Kanuslalom, Kanusegeln, Kanupolo, Kanuwildwasser und Kanudrachenboot als Wettkampfsport sowie Kanuwandern als Freizeitsport unter dem Begriff Kanusport zusammen gefasst. Ob es sich um eine Kanusportart handelt, erkennt man ganz einfach daran, dass sich der Sportler bzw. die Sportlerin mit einem frei beweglichen Paddel (Doppel- oder Stechpaddel) in einem Kanu sitzend oder kniend, auf dem Wasser vorwärts bewegt.

Aufgrund der verschiedenen Positionen (sitzend oder kniend) gliedert man die Sportart in die Bootsgattungen Kajak und Canadier.

Der Kanurennsport ist eine rein wettbewerbsorientierte Sportart.  Die Wettkämpfe, Regatten genannt, werden nach festgelegten Wettkampfregeln durchgeführt. Der Kanurennsport ist eine verhältnismäßig junge Sportart und zählt heute zu den erfolgreichsten deutschen Sportarten überhaupt.

Geschichte

Der Kanurennsport entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien. Betrachtet man den Ursprung des Kanus als Paddelboot, so reichen die Spuren weit zurück in die Geschichte Asiens, Polynesiens, Ägyptens oder Kanadas. Die Indianer des nordamerikanischen Kontinents benutzten das sogenannte Kanadische Kanu vor allem als Transportmittel. Dagegen gingen die Eskimos mit dem Kanu, hier dem Kajak, auf Fischfang. Die Boote waren meist ausgeschälte Baumstämme mit Lederüberzug.

Der Schotte John MacGregor (1825 – 1982) brachte das Kanu nach Europa. Sein Boot, „ROB ROY", ging aus dem Eskimokajak hervor und wird seitdem volkstümlich als Paddelboot bezeichnet. 1864 führte der Schotte mit diesem Boot eine Fahrt rund um England durch. Mit den Erzählungen und Dokumentationen von seiner Reise, faszinierte er die Menschen in Europa.

1866 gründete MacGregor den ersten Kanu Club in Europa, den "British Royal Canoe Club". 1867 veranstaltete er die erste Kanuregatta in Europa. Die erste Deutsche Kanuregatta, organisiert von dem Kölner Herbert Klinz, fand 1870 statt. Ungefähr in dieser Zeit hat der deutsche Kanusport und mit ihm auch der deutsche Kanurennsport seinen Ursprung. 1879 bildete sich in Breslau (heute polnisch) der erste deutsche Kanuverein, der "Grönländer-Klub". Weitere Vereine kamen 1885 in Hannover und Bonn hinzu.

Am 15. März 1914 wurde in Hamburg der Deutsche Kanuverband (DKV) gegründet. Er trug maßgeblich zum Etablieren des Kanusports in Deutschland bei. Fünf Jahre später, 1919, fanden die ersten Deutschen Meisterschaften im Kanusport statt. Es waren die ersten deutschen Kanurennsport-Meisterschaften, obwohl der Begriff Kanurennsport erst mit der Entwicklung der weiteren Kanu-Wettkampfsportarten, wie z. B. Kanuslalom verwendet wurde.

Um den Kanusport in die Reihen der Olympischen Disziplinen aufzunehmen, richtete man bei den olympischen Spielen 1924 in Paris zu Demonstrationszwecken Rahmenrennen im Kanurennsport aus.  1934 gab es den Durchbruch, der Kanusport wurde als olympische Disziplin anerkannt. Die olympische Kanusport-Premiere, an der ausschließlich Männer teilnehmen durften, fand 1936 auf der Regattastrecke Berlin-Grünau statt. Die ersten Weltmeisterschaften im Kanusport wurden 1938 in Växholm (Schweden) ausgetragen. Seit den Olympischen Spielen 1948 in London gibt es auch Frauenrennen, allerdings nur im Kajak.

In Stockholm wurde 1946 die „International Canoe Förderation" (ICF) gegründet. Sie hat ihren Sitz in Belgrad. Mehr als 40 Länder, verteilt über alle Erdteile, sind heute Mitglied der ICF.

Quellen:

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