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Die 35. Wildwasserfahrt auf erzgebirgischen Wildflüssen fand vom 16.03. bis 19.03.2012 statt. Die LKV-Fahrt stand unter Leitung des Sportclubs Berlin-Grünau. Der Ausschreibung waren 13 Vereine, Einzelmitglieder der LKV und Nichtorganisierte mit insgesamt 33 Sportfreunden gefolgt (davon 21  Sportfreunde vom LKV Berlin und vom LKV Brandenburg). Die Sportfreunde waren in der Jugendherberge Wolkenstein untergebracht.

Aufgrund der Schneeverhältnisse in den Kammlagen und des einsetzenden Tauwetters in Monatsmitte waren gute bis sehr gute Wasserstände auf einigen Flüssen zu verzeichnen. Die Rückfallebene des Zuschusswassers auf der Flöha brauchte deshalb nicht genutzt zu werden. Darüber hinaus war es am Samstag mit ca. 19 Grad sehr warm. Auch am Sonntag war es noch sehr warm. Zum Montag hatte es erheblich abgekühlt. 

Befahren wurden am Sonnabend die Natzschung von Rübenau bis Olbernhau. An der Mündung in die Flöha befindet sich rechtsseitig ein kleiner Parkplatz. Auf der Natzschung begleitete uns die Lokalredaktion Marienberg der Freien Presse und veröffentlichte am 21.03.2012 ein Interview mit dem verantwortlichen Fahrtenleiter Wolfgang Tuch. Mit einer Abflussmenge Q von 3,7 m3/s konnten die 10 km nahezu grundberührungsfrei gemeistert werden.

Am Sonntag konnte durch Zuschusswasser (Q = 11,4  m3/s) von der Talsperre Eibenstock seit langem wieder einmal die Zwickauer Mulde gemeinsam mit dem 35. Erzgebirgsring des Sächsischen Kanuverbandes befahren werden. Die parallel verlaufende alte Eisenbahntrasse wurde in den letzten beiden Jahren zum Muldetalradweg ausgebaut. Man könnte jetzt auf diesem Radweg die Paddler sehr nahe begleiten. An den bekannten „Schlüsselstellen“ gab es auch die vom Kamerateam erwarteten Kenterungen. Blub, blub, blub – in einigen Gruppen kenterten hintereinander drei Paddler. Am berüchtigten „Hühnerwehr“ eingangs Aue hatte der Wehrbetreiber die Klappe abgesenkt. Aber die Meistens zogen es doch vor, auf der linken Seite zu umtragen. Auch die anschließenden hohen Walzen und Wellen forderten noch einige Opfer. So konnte der Fahrtenleiter am Abend die Hälfte aller teilnehmenden Sportfreunde mit dem begehrten Kenterorden auszeichnen.

Am Montag  konnte bei einem optimalen Wasserstand (Q = 4,47 m3/s) der 10 km lange Pöhlbach befahren werden. Alle Kraftwerksstrecken waren befahrbar. Kurz vor der Mündung in die Flöha ist ein neues Kraftwerk im Bau, welches im Frühjahr 2013 fertig gestellt sein wird. Der dazugehörige Mühlgraben zweigt etwa 500 m vorher an einem Sturzwehr mit einem gehörigen Rücklauf ab. Alle Paddler waren problemlos über das Wehr gekommen, nur der allerletzten Fahrerin, unserer Erika, wurde dieses Wehr fast zum Verhängnis. Durch einen beherzten Sprung ins kalte Wasser, konnte Andreas sie in der letzten Sekunde noch aus dem Wasser ziehen. An dem nächstmöglichen Näherungspunkt mit einer Straße wurde die Fahrt abgebrochen und die Sportfreundin in das Begleitfahrzeug übernommen.

Durch den verantwortlichen Fahrtenleiter wurden vor der Fahrt alle Teilnehmer über das Verhalten während der Wildwasserfahrt und in den Grenzgebieten belehrt. Die Teilnehmer hatten die Belehrung durch Unterschrift nachweislich zu quittieren. Zusätzlich erfolgte eine gesonderte Einweisung an jedem Tag unmittelbar vor der Befahrung der einzelnen Flussabschnitte mit Hinweis auf die besonderen Gefahren. 

Insgesamt gab es an den drei Tagen 26 Kenterungen, davon musste 22 Mal ausgestiegen werden. Durch schnelle Hilfe in der  Gruppe konnten die Sportfreunde sofort geborgen werden und danach die Fahrt alsbald fortsetzen. 

Die Teilnehmer der Fahrt absolvierten sehr diszipliniert und verantwortungsbewusst die einzelnen Etappen  entsprechend der Schwere des zu befahrenden Wildwassers. 

Mit dem  Wanderwart des LKV Sachsen wurde abgesprochen, dass der 36. Erzgebirgsring und die 36. Wildwasserfahrt wieder auf ein Wochenende koordiniert werden, um eine gemeinsame Befahrung der Zwickauer Mulde zu ermöglichen. Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen erhebt seit 2008 für die Wasserabgabe eine Verwaltungsgebühr (2010: 250,-- €).  

Nachdem der verantwortliche Fahrtenleiter Wolfgang Tuch die Fahrt in ununterbrochener Reihenfolge 35 Mal geleitet hat, wird ab nächstem Jahr die Sportfreundin Anne Fathke vom SCBG die Fahrtenleitung übernehmen.

 
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