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Es ist schon einige Jahre her, dass wir das letzte Mal in Brandenburg waren. Wir fanden, na ja, fast freundliche Aufnahme beim Kanuverein Stahl Beetzsee Brandenburg. Und als am Donnerstagmorgen alle angereist waren, starteten 24 Sportfreunde wohl versorgt mit hochprozentigen Getränken in Richtung Radewege. 

Passend zur Himmelfahrt waren die Eis“heiligen“ zurückgekehrt. Nach der ersten kalten Nacht musste man sich einfach von außen (dicker Pullover) und innen („heiße“ Getränke) wärmen. Nach 6 km und fast zwei Stunden Bummelfahrzeit landeten wir an der inzwischen von Anja ausgekundschafteten Badestelle in Radewege an. 

Bis zur dortigen Mittagskneipe waren es nur wenige Schritte. Die Gaststätte war auf ihre Himmelfahrtskunden gut vorbereitet. Die meisten griffen zu den Rieseneisbeinen aus der Gulaschkanone. 

Aber auch die Spargelesser wurden reichlich bedient. Danach ging es genauso „feucht“ wieder zurück. Am Nachmittag führte uns unser Altes-Gemäuer-Experte Jörg durch die Brandenburger Altstadt und befeuerte uns mit Fakten, Fakten und vielen Jahreszahlen.

Ich habe mir nur gemerkt, dass die Löcher in den alten Gebäuden zur Auflage für die horizontalen Rüststangen dienten.

Nach einer wärmeren Nacht als angedroht, einem funktionierenden Schrippendienst ging es dann zu 10.00 Uhr wieder aufs Wasser oder für Einige auf die Räder.

Zuerst fuhren wir durch den seit der Wende freigegebenen Silokanal bis zum Breitling. Hatten wir im Kanal einen flotten Rückenwind, blies er uns nun unangenehm entgegen. Vorsichtigerweise hielten wir uns in Ufernähe, fuhren alle Buchten aus und erreichten nach zwei Stunden die Gaststätte an der Malge. Auch unsere Radfahrer waren inzwischen eingetroffen. Nach der Stärkung ging es zurück. Von wegen Rückenwind, der hatte inzwischen leicht gedreht und kam nun seitlich von rechts. Aber als wir endlich die Einfahrt der Havel erreicht hatten, konnte uns auch der Wind nichts mehr anhaben. 

Bald schon erreichten wir wieder Brandenburg und fuhren nun mitten durch die Stadt, links die Altstadt und rechts die Neustadt. Nach 22 km war gegen 15.00 Uhr das Bootshaus von Stahl Brandenburg wieder erreicht. 

Die Kulturfans sprangen eiligst in ihre Buxen und eilten zum Dom, um diesen noch vor der Schließzeit zu besichtigen. Jörg fütterte uns natürlich wieder mit vielen interessanten Details. Im Dommuseum ist auch die Urkunde zu sehen, auf dem erstmalig im Jahre 1237 die Stadt (Berlin)Kölln erwähnt wird. Danach bummelten wir zum Havelufer um an der Jahrtausendbrücke in der Sonne sitzend einen Kaffee und ein Eis zu genießen.

Da sich für Sonntag viele Sportfreunde vom Paddeln verabschieden wollten, entschied sich der Fahrtenleiter für den Sonnabend bereits für die große Stadttour. Um 10.00 Uhr starteten wir vom Beetz-See zur Havel. Brandenburg ist am Wasser gebaut. Außer der Brandenburger Niederhavel und dem Stadtkanal gibt es noch einige Seitenarme. Wir befuhren sie alle, als erstes den Domstreng bis zum leider unfahrbaren Wehr, als nächstes  die Näthewinde bis zum Wehr und seiner Umtragestelle. Havelaufwärts ging es dann über den Stadtkanal mit der Stadtschleuse. Anschließend wurden die vorher angesteuerten Wehre noch in ihrem Oberwasser angefahren. Schließlich landeten wir an der Umtragestelle vom Brandenburger Stadtkanal zur Näthewinde. Hier wurde eine Mittagsrast eingelegt. Einige versorgten sich dabei im nahe gelegenen Fischimbiss.

Als wir nach dem Pausenende wieder einsetzen wollten, hatten einige Leihbootfahrer ausgerechnet dasselbe Verlangen und blockierten die Einsatzstelle. Auch die Aktion mit dem dort stationierten Bootswagen ist anstrengender als einfache Handarbeit. Die Kutsche rollte nicht mal locker das steile Gleis ins Unterwasser hinab. Der Schlüssel für den Wagen ist beim dortigen Bootsverleih erhältlich. Schließlich wurde uns die Sache zu bunt, wir drängelten die unschlüssig wartenden Faltbootfahrer vom Steg weg und Ruck-Zuck waren unsere Boote eingesetzt. Nach 11 km interessanter Stadtfahrt erreichten wir wieder unser Standquartier. Am Nachmittag gab es im Slawendorf in der Nähe der Jahrtausendbrücke ein großes Mittelalterspektakel. Als wir eintrafen, gab es gerade eine Flugshow mit einem Falkner. War der Vogel satt oder hatte zum Sonnabend keine Lust oder war es einfach die neue Umgebung, jedenfalls dauerte es ewig, bis er wieder auf die Hand des Falkners zurückflog. Aber um 16.00 Uhr wurde auf der Festwiese der Kampf von Albrecht dem Bär gegen die in Brandenburg ursprünglich ansässigen Slawen vorgeführt. Die feindlichen Heere schlugen tapfer mit ihren Schwertern aufeinander los, aber schließlich endete die Schlacht unentschieden. Die Heerführer Albrecht der Bär und der Slawe Jaksa entschieden sich daraufhin für einen Wettbewerb zu Pferde. Jetzt wurde es interessant, denn das hatte noch keiner von uns gese-hen. 

Die Rittertournierreiter vollzogen im scharfen Galopp mehrere komplizierte Übungen: Schießen mit Pfeil und Bogen, Greifen von zwei Kelchen, Stoß auf eine kleine Scheibe, die ein Gestell zur Drehung brachte und zum Schluss der Versuch, sich mit den Lanzen vom Pferd zu stoßen. Am Ende gewanden die Slawen, was aber historisch nicht verbürgt ist. Wie wir alle wissen, wurden sie im Endeffekt weit nach Osten verdrängt bzw. wurden im Laufe der folgenden Jahr-hunderte in das Preußenreich integriert.

Inzwischen hatte auch ein neues Hoch die Kälte der vergangenen Tage verdrängt. Am Abend zeigten unsere Podologen, was sie drauf hatten. An vier „Versuchskaninchen“ präsentierten sie eine gekonnte Fußreflexmassage. Die Probanden waren begeistert. Die anschließende Nacht war angenehm mild, was leider auch die Mücken zu erhöhter Aktivität animierte.

Am Sonntagmorgen ohne Schrippendienst begann für Einige das große Einpacken. Nur acht Sportfreunde starteten noch zu einer Paddeltour über den Beetzsee. Nach 14 km landeten sie um 12 Uhr wieder am Bootshaus um ebenfalls anschließend ihre Zelte abzubrechen. Nun freuen sich alle schon aufs nächste Wochenende, da kommt die Fortsetzung der Haveltour vom Standquartier Rathenow.

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