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Die Stadt nennt sich inzwischen Wasserstadt Leipzig. Da unser Ausflug nach Leipzig 2005 (ja, so lange ist das schon wieder her) sehr verregnet war, wollten wir 2013 sehen, was sich inzwischen weiter entwickelt hat. Und wir wurden angenehm überrascht. Der Fahrtenleiter hatte ein Quartier beim Kanuverein Motor Leipzig West bestellt. Leider wurde dem Verein Anfang des Jahres die große Zeltwiese gesperrt, da sie im Naturschutzgebiet liegt. So drängelten sich die sechs Zelte auf wenigen Quadratmetern Wiese und die Schlafautos auf dem sehr begrenzten Hof, zumal die Eingänge zu den zahlreichen Bootshallen nicht verstellt werden durften.

Der Verein befindet sich direkt am Connewitzer Wehr. Dort wurden in den letzten Jahren eine Schleuse und ein Kanu-Fisch-Pass errichtet. Natürlich setzten wir an Himmelfahrt oberhalb des Wehres ein und befuhren alle die lange Rutsche. Großes Lob an die Erbauer: Das Boot wird gut mittig gehalten, die Borsten bremsen etwas die Fließgeschwindigkeit und damit die Talfahrt, die Einfahrt ins Unterwasser erfolgt ohne Schwall.

Nach 500 m bogen wir nach links ab, fuhren das Elsterflutbecken 1,5 km aufwärts und setzten am Teilungswehr Großzschocher in die Weiße Elster um. Ein- und Ausstieg sind hier mit großzügigen Schwimmstegen ausgestattet. Bei dem heutigen Betrieb auf dem Wasser war das allerdings auch notwendig. Es gibt mindestens zehn Bootsverleiher in der Stadt. Und heute schienen alle Boote auf dem Wasser zu sein.

Nach dem obligatorischen Gruppenfoto an der Einstiegsstelle ging es dann flott elsterabwärts. Nach 2,5 km war der Abzweig zum Karl-Heine-Kanal erreicht.

Wir paddelten 4 km bis zum vorläufigen Ende des Kanals. Gegenwärtig wird die Öffnung zum Elster-Saale-Kanal vorbereitet. Danach könnte man bis zur Mündung in die Saale paddeln. Am Ende des Kanals befindet sich das Kanal-Cafè. Hier war man mit einem Grillstand gut auf den heutigen Ansturm vorbereitet. Nach der Stärkung ging es den selben Weg wieder zurück zur Elster und danach durch den alten Industriebezirk Plagwitz. 

Die ehemaligen Industriebetriebe wurden zu großzügigen Lofts umgebaut. Bald war das Palmgartenwehr erreicht und wir bogen ab in das Elsterflutbett und nach 2 km war unser Bootshaus wieder erreicht.

Am Freitag fuhr eine kleine Autokolonne nach Pegau. An der Straßenbrücke der Leipziger Straße über die Weiße Elster gab es unter der Brücke eine kleine Einsatzstelle. Die Elster führte noch leichtes Hochwasser. Hier lag die Fließgeschwindigkeit bei etwa 7 km/h.

So war auch schon bald die Elsterverlegung um den Tagebau Zwenkau erreicht. Über 8 km führt hier die einbetonierte Elster in einem großen Bogen um den ehemaligen Tagebau herum. An einer Engstelle infolge einer Brückenbaustelle erwartete uns eine schöne Schwallstrecke, die leider Jürgen in seinem schmalen Seekajak zum Verhängnis wurde. Damit die hohen Wellen nicht die offene Luke überspülten, fuhr er in der Verschneidungszone, paddelte kaum und platsch, platsch…

Nach 14 km waren das Ende der Betonstrecke und das unbefahrbare (vielleicht auch lebensgefährliche) Wehr Leipzig-Hartmannsdorf erreicht. Nach dem Umtragen war hier die selbstverpflegte Mittagspause.

Nach dem Start gab es durch einen ungeschickten Bootseinstieg von Ute wieder eine kleine Verzögerung. Nach weiteren 6 km musste das Wehr Leipzig-Großzschocher rechts umtragen werden. In der Mitte ist hier zwar eine schöne Rutsche, aber die große Walze im Unterwasser verlockt hier nicht zum Fahren. Kurz danach wurde Jürgen ein Wendemanöver wieder zum Verhängnis. Er musste dann noch zwei Kilometer bis zur Umtragung am Teilungswehr Großzschocher in seinen nassen Sachen durchhalten. Nach 27 km, 3 Wehren und 3 Kenterungen erreichten wir das Bootshaus.

Am Sonnabend paddelten wir pleißeaufwärts. Nach 1,5 km zweigt nach rechts der Floßgraben ab. 

Durch eine neue Brücke wird der Waldsee Lauer erreicht. Kurz vor dem Cospudener See befindet sich eine neue Schleuse, die über eine selbstbediente Automatik gesteuert wird. Der Cospudener See liegt alsbald spiegelglatt vor uns. Wir paddelten entlang des Ostufers und landen an einem breiten Kiesstrand am „Seeteufel“ an, einer Kneipe mit einem mäßigen Imbissangebot. Nach der Mittagsrast fuhren wir quer über den Cospudener See auf das Westufer. Dank Franks GPS-Gerät landeten wir an der richtigen Aussatzstelle. Jetzt kamen unsere Bootswagen zum Einsatz. Über einen 400 m langen asphaltierten Weg gelangten wir zur Straßenbrücke Ritter-Pflugk-Straße. Hier befindet sich eine wilde Einsatzmöglichkeit. Weiter südlich befindet sich eine bequemere Einsatzstelle, dafür beträgt aber die Wanderstrecke 800 m. Einzeln müssen die Boote die steile Böschung hinunter gehievt werden. Aber bald ist auch das geschafft. Wir sind jetzt wieder in der Weißen Elster. Es folgt das zu umtragende Wehr Leipzig-Großzschocher.

Vom Umtragen hatten wir nun allerdings die Nase voll und machten lieber die Runde über das Palmgartenwehr. Nochmal genossen wir die flotte Strömung durch Plagwitz. Und mit zusätzlichen 3,5 km erreichen wir zur Kaffeezeit unser Bootshaus.

Am Sonntag gingen nur noch neun Sportfreunde aufs Wasser. Alle fuhren wieder über den Kanu-Fisch-Pass pleißeabwärts. Diesmal wurde am Palmgartenwehr nach rechts abgebogen. Vorher besichtigten wir noch den gewaltigen Wehrbau. Hier hatte es im April 2008 einen schlimmen Unfall mit einem Ruderboot während einer Ruderregatta gegeben.

Über den Elstermühlgraben war bald der neue Stadthafen erreicht.

Hier soll es einmal über den Elstermühlgraben weiter gehen. Dazu sind noch einige verrohrte Strecken zu öffnen. Mit einem kleinen Abstecher zur kleinen Luppe paddelten wir zurück zum Bootshaus von Motor Leipzig West.

Ich glaube, alle Teilnehmer waren überrascht, welche Möglichkeiten Leipzig für den Wassersport bietet. Insgesamt sind die weitere Erschließung von gefluteten Tagebauen im Süden (Markkleeberger See, Störmthaler See, Zwenkauer See) und die Öffnung von Mühlfließen in Leipzig geplant. Wir sollten in acht Jahren wieder nach Leipzig fahren.

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