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Herbstzeit ist Pilzzeit. Schon immer strömten die (Ost-)Berliner in die pilzreichen Wälder um Berlin. Aber Pilze und Paddeln – wie passt das zusammen? 1985 überraschte uns unser damaliger BSG-Vorsitzender Werner R. mit dem Vorschlag, Ende September in die Bungalowsiedlung unseres Trägerbetriebes zu fahren und von dort aus bei einer Paddeltour während einer Pause Pilze zu suchen. Tolle Idee! Die Bungalows hatten den Vorteil, dass Ende September nicht mehr gezeltet werden musste, und das Wichtigste war, alle Hütten hatten eine Selbstkochküche, in der bereits am Abend die Pilze zubereitet werden konnten. Am 28./29. September 1985 startete also die erste Pilzsuchfahrt. Die Siedlung befand sich am Tiefen See ganz in der Nähe von Prieros. Und gleich an der ersten Fahrt nahmen 35 Sportfreunde teil. Von den Erstteilnehmern waren in diesem Jahr noch Dieter M., Werner M., Dagmar R., Marita und Bernd Sch., Anja und Ralf Sch., Sabine und Wolfgang T. dabei. Alle waren begeistert, zumal bei der ersten Fahrt auch sehr viel gefunden wurde. Und so wurde die Pilzsuchfahrt wieder zu einer unserer zahlreichen Traditionsfahrten. Zum Glück haben sich auch nach der Wende einige dieser Bungalowsiedlungen erhalten, die ursprünglich von den Betrieben für ihre Beschäftigten als Urlaubsquartiere errichtet worden waren. Und unser Fahrtenleiter Bernd Sch. hat sie alle ausgekundschaftet. Wir waren schon in Neubrück an der Drahendorfer Spree, am Tietzowsee, in Kleinzerlang, in Wuppgarten bei Lychen und bei Wesenberg in Mecklenburg sowie in Neubrück bei Groß Köris. Natürlich war das Findeergebnis in all den Jahren sehr unterschiedlich. Nach einem trockenen Sommer haben wir fast keine Pilze gefunden und wurden aufs nächste Jahr vertröstet.

Am 27. September 2014 konnte der Fahrtenleiter Bernd Sch. mit seiner fleißigen Gehilfin Marita Sch. wieder 29 Sportfreunde in der Anglersiedlung in Neubrück an der Schmölde begrüßen.

Zur Eröffnung gab es für alle Teilnehmer ein Erinnerungssouvenir an 100 Jahre LKV, einen ökologischen Leinenbeutel und ein Pilzmesser. Dann fuhr die Autokolonne zu einem Zeltplatz am Nordufer des Teupitzer Sees, wo wir gegen 11.00 Uhr starteten.

Obwohl die Teupitzer Seenkette ganz in unserer Nähe liegt, wird sie von uns nur sehr selten befahren. Vielleicht liegt es daran, dass man hier keine Rundtouren fahren kann und dass wir mehr auf der Dahme als kürzeste Verbindung vom Spreewald zum Bootshaus in Berlin unterwegs waren. Dabei ist es eine sehr abwechslungsreiche Strecke. Auf 18 km reihen sich die Seen Teupitzer See, Schweriner See, Zemminsee, Schulzensee, Großer und Kleiner Moddersee, Kleiner Köriser See, Hölzerner See und Schmöldesee wie Perlen einer Kette aneinander, verbunden sind sie durch kurze Kanäle. Diese Seen gehören natürlich mit zu den beliebtesten Naherholungsgebieten der Berliner, aber trotz des wunderschönen Spätherbsttages sind heute nur ganz wenige Motorboote unterwegs, und unsere dicht beieinander fahrende Flotte erregt manche Aufmerksamkeit an den Ufern und von den Brücken.

Nach einer Stunde Fahrzeit und sieben zurückgelegten Kilometern (ja, heute mit Rückenwind) legen wir am Nordufer des Kleinen Hölzernen Sees zur Mittagspause und zum Pilzesuchen an. Manche Mittagspause in den zurückliegenden Jahren wurde von den „runden" Geburtstagskindern für ein großartiges Buffet genutzt. Aber in diesem Jahr muss sich jeder selbst verpflegen. Anschließend geht es in die Pilze. Leider ist in diesem Jahr die Ausbeute mal wieder sehr mager. Aber es heißt ja auch Such- und Findefahrt. Bis zu unserem Quartier sind es nur noch fünf Kilometer, die wir bald geschafft haben. Danach starten die Pendelautos, und zur Kaffeezeit lassen sich alle den frisch gebackenen Obstkuchen von Ute und Marita schmecken.

Danach starten die Pilzspiele. Das ist auch eine unserer Traditionen. Die Sieger des Vorjahres müssen sich etwas Originelles einfallen lassen. In diesem Jahr müssen wir uns für drei sportliche Spiele einen Trainingsanzug aus Mülltüten basteln und dann in zwei Mannschaften zum Wettkampf antreten. Da gibt es dann einen Speerweitwurf mit Zahnstochern, einen Luftballonweitwurf und ein Becherblasen – nein, wie können gesetzte reife Erwachsene wie die Kinder rumalbern! (Übrigens, zu unserer Nebelfahrt gibt es ähnliche alberne Spielchen, allerdings befeuert durch einige enthemmende Getränke.)

Natürlich gibt es am Ende auch wieder ein Siegerpaar. Ute und Reiner K. sind im nächsten Jahr die Spielemeister. Begeistert (???) nehmen sie den Siegerpokal in Empfang.

Anschließend werden der größte und schönste und der kleinste Pilz sowie die schönste Pilzgruppe prämiert. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, war die diesjährige Ausbeute wirklich mager.

Traditionsgemäß wird zur Pilzsuchfahrt auch immer das Sportprogramm des nächsten Jahres besprochen und beschlossen. Jeder hat hier Gelegenheit, zu den Vorschlägen des Wanderwarts Änderungen und Ergänzungen einzubringen. Das ist eine Verfahrensweise, die sich seit Jahren bewährt hat.

Am Abend sitzen wir in gemütlicher Runde um das Lagerfeuer und werden von den Gitarristen Christiane und Peter, den Mundharmonikaspielern Ralf und Bernd sowie Gesang bestens unterhalten.

Am Sonntagmorgen sind die Bungalows zu putzen, und um 10 Uhr geht's wieder aufs Wasser. Bei strahlendem Sonnenschein paddeln wir bis zur Straßenbrücke in Prieros und wieder zurück. Gegen Mittag geht ein erlebnisreiches Paddelwochenende zu Ende.

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