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Zum 36. Mal luden die Fahrtenleiter Regina und Dieter in den Nebel ein. Von wegen Nebel – am Sonnabend, den 08. November lachte eine noch warme Sonne von einem strahlend blauen Himmel. An den Bäumen waren noch mehr Blätter als in den Jahren zuvor. 24 Teilnehmer trafen sich an der Autobahnauffahrt Erkner. Es begann mit dem üblichen Ratespiel, wo ist das heutige Ziel. Einige Sportfreunde hatten auch Wildwasserboote dabei. Trotz dieses Hinweises und einiger versteckter Anmerkungen auf dem Ratezettel war großes Rätselraten…

Pünktlich 09.30 Uhr setzte sich der Konvoi in Bewegung. Es ging nicht auf die Autobahn sondern durch Grünheide, weiter über Alt Buchhorst nach Kagel. Na, jetzt war das Ziel wohl allen klar. Wir fuhren in das Bundesleistungszentrum Kienbaum. 16 Sportfreunde der heutigen Teilnehmer waren hier schon einmal zur Nebelfahrt 1998 – ja, so lange ist das schon wieder her. 

Nicht erst die Sportler haben, vor allem in den letzten Jahrzehnten, den Namen des kleinen Ortes am Liebenberger See weit über die Grenzen hinweg im Lande bekannt gemacht, sondern es waren zwei Heimatdichter und Schriftsteller. Theodor Fontane (1819-1898) widmete in seinen berühmten Werken „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ auch ein Kapitel Kienbaum und Gerhart Hauptmann (1862-1949) hat sogar eine ganze Tragikomödie mit dem Titel „Der rote Hahn“ geschrieben. Auch das gehört zur Geschichte: Auguste Victoria, die letzte deutsche Kaiserin und Königin von Preußen, stattete einst Kienbaum einen Besuch ab und besorgte das nötige Geld, damit das 1896 durch eine Feuersbrunst zerstörte Gotteshaus wieder aus Rüdersdorfer Kalksandstein aufgebaut werden konnte.

Seit 1949 waren die vom Zweiten Weltkrieg verschonten Anlagen als Erholungsheim genutzt, ab 1951 auch für Sportler. Offiziell wurde die gesamte Liegenschaft am 24. Juli 1952 dem Leistungssport der DDR als Trainingsstätte übergeben. Bis 1990 wurde die Sportanlage dann durch den DTSB der DDR geführt. Nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten ist für den Sportbetrieb und die Bewirtschaftung der "Trägerverein Bundesleistungszentrum Kienbaum e.V." verantwortlich.

Wer mehr zur Geschichte von Kienbaum und seinem Sportzentrum erfahren möchte, kann darüber unter diesem Link im Internet nachlesen. Hier wiederum ist ein Lageplan zu finden. (Quelle: Trägerverein Bundesleistungszentrum Kienbaum e. V.)

Vom Eingang kommend, fuhren wir durch das ganze Gelände bis zum Ende durch. Hier findet sich eine gute Einsatzstelle mit einem Steg. Aber vorher gibt es natürlich Kaffee und Kuchen (ein Dankeschön an die Sponsoren) und vor allem den obligatorischen Pfannkuchen, denn eigentlich soll die Nebelfahrt anlässlich des 11.11., 11.11 Uhr stattfinden. Leider fällt aber dieser Tag nicht immer auf ein Wochenende. Auch mit dem Nebel hat es noch nie geklappt. Aber Insider munkeln, dass es ob der Beimischung von C2H6O bei bestimmten Getränken zu einigen vernebelten Gehirnen gekommen sein soll.

Nach dieser ersten Stärkung konnte also gestartet werden. Da das paddelbare Revier nicht allzu groß ist, wird der Liebenberger See einmal umrundet. Anschließend geht es durch den Bauernsee in eine schmale Durchfahrt zum Baberowsee. Die ursprünglich sehr niedrige Brücke in Kagel wurde 2008 neu gebaut, so dass sie nun nicht mehr umtragen werden muss. Man könnte nun noch bis zum Elsensee paddeln, aber der Fahrtenleiter hat bei seiner Erkundung festgestellt, dass diese Strecke wegen sehr starker Verkrautung und der fleißigen Arbeit eines Bibers nicht mehr befahrbar ist. Also sammelten wir uns hier zum obligatorischen Gruppenfoto.

Danach ging es wieder zurück zum Bauernsee und an der sommerlichen Badestelle von Kagel findet sich eine schöne Wiese. Hier hatten unsere Servicekräfte Ulla, Regina, Nicole und Gerhard schon das reichhaltige Nebelbuffet einschließlich Grill aufgebaut.

Bei Reginas köstlichem Kartoffelsalat und Thüringer Bratwürsten sowie Schmalz- und Leberwurststullen konnten dann Kräfte für die anschließenden Nebelspiele aufgebaut werden.

Die Sieger des Vorjahres, Silke und Sven, hatten sich wieder allerhand einfallen lassen. Verbissen kämpften zwei Mannschaften um den Sieg. Aber schließlich hatten wir keine Chance gegen Beate und Nicole.

Glücklich lächelnd übernahmen sie den Siegerpokal. Anschließend wurde nach Kienbaum zurück gepaddelt und die Zimmer in der Unterkunft Kienbaum 2 bezogen (Nr. 20 im Lageplan). Den späten Nachmittag verbrachten 16 Sportfreunde in der Finnischen Sauna (FS im Lageplan). Von der Sauna führt eine Treppe direkt bis zu einem Steg am See, der zu dieser Jahreszeit ein herrlich kaltes Tauchbecken ist.

Um halb Sieben versammelten sich wieder alle im Speisesaal (Nr. 10 im Lageplan). Die Küche in Kienbaum ist hervorragend. Da wir aber nur Freizeitsportler sind und unser Kalorienverbrauch nicht dem eines Leistungssportlers entspricht, müssen wir uns bei dem reichhaltigen Angebot ganz schön zurückhalten. Anschließend treffen wir uns in einem Aufenthaltsraum in unserer Unterkunft. Bernd ließ inzwischen den Rechner heiß laufen und nach einer Stunde präsentierte er uns das Video des Tages, auch eine schöne Tradition dieser Fahrt.

Nach dem verführerischen und (leider wieder) sehr reichhaltigen Frühstück am Sonntagmorgen nutzten wir für 1½ Stunden die Schwimmhalle (SH im Lageplan). Hier kamen auch die mitgeführten Wildwasserboote zum Einsatz. Nach gründlicher Reinigung der Boote übten Ute, Anne, Dieter und die zwei Wolfgangs eifrig die Kenterrolle. Der Schreiber dieser Zeilen war glücklich, dass er es ganz zum Schluss doch noch geschafft hat. Hatten wir doch über viele Jahre keine Gelegenheit mehr zum Üben in einer Schwimmhalle. Anschließend hatten wir noch für 2 Stunden die Ballspielhalle 1 (BSH1 im Lageplan). Nach einer halbstündigen Gymnastik mit unserer bewährten Übungsleiterin Anja (Warum habe ich nach ihrer Gymnastik eigentlich immer einen Muskelkater?) wurde Volleyball und Federball gespielt.

Ja, und dann war es auch schon wieder Mittag. Zur Auswahl standen drei Wahlessen. Die Meisten griffen zum Wildbraten. Ein großes Lob an die Köche, alles war frisch gekocht und sehr, sehr wohlschmeckend. Und dann war ein ereignisreiches Sportwochenende auch schon wieder vorbei. Ein großes Dankeschön an die Fahrtenleiter Regina und Dieter, die seit der 15. Nebelfahrt 1993 diese Fahrt vorbereiten und durchführen.

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