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In unserem Fahrtenprogramm gibt es fast nur noch Traditionsfahrten. Alle Fahrten, die irgendwie gut waren, haben sich durchgesetzt und werden jedes Jahr wiederholt. Andere Fahrten sind sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden, insbesondere wenn es Gewässer betroffen hat, die aus vermeintlichen Naturschutzgründen gesperrt wurden. Unseren Fahrten auf der Löcknitz und der oberen Dahme trauern wir immer noch nach, verbinden sich doch damit Erinnerungen, von denen heute noch erzählt wird. Dafür gab es neue Ideen und auch neue Möglichkeiten.

Vor fünf Jahren haben Christine (groß) und Holger die Gurkenfahrt „erfunden“. Wo? Natürlich im Spreewald, wo die berühmten Spreewälder Gurken herkommen. Während der Fahrt gibt es reichlich saure Gurken zum Verkosten. Nach geheimen Familienrezepten werden bereits im Herbst des Vorjahres Gurken eingelegt, die erste Portion davon gibt es vor dem Start. Und als I-Tüpfelchen wurde noch Himbeer- und Heidelbeerlikör angesetzt, auch davon gab es einen kleinen Dopingfingerhut voll zur Eröffnung.

 

Inzwischen hat sich die Fahrt auf 30 Teilnehmer gemausert, leider mussten Regina und Dieter noch kurzfristig absagen, Reginas Gürtel war plötzlich auf Rosen gebettet und Dieter blieb aus Solidarität zu Hause.

Am Abend vorher haben Sabine und Wolfgang ihren neuen Zweier zünftig getauft. Der Bootsnamen rief einige Verwunderung hervor. Es ist ein Ort, wo sie vor 46 Jahren fast das letzte Mal gemeinsam im Zweier gefahren sind. Die Sportfreunde kennen die beiden nur als Einerfahrer.

Gleich am Start gab es den von den Meteorologen versprochenen kleinen Schauer. „Unsere“ Einsatzstelle kurz vor Lübben kannten auch noch andere. Ein sogenanntes Kampftrinkergeschwader aus Sachsen-Anhalt bestieg hier einen Spreewaldkahn mit mehreren Bierkästen und einigen härteren Granaten. Warum man zum Saufen und anschließendem Grölen unbedingt die idyllischen Spreewaldfließe braucht, hat sich uns allerdings nicht ganz erschlossen.

 

Durch Lübben gibt es drei Möglichkeiten der Durchfahrt. Wir nutzten in diesem Jahr eine kleine Schleuse für nur 5…6 Boote auf der Ostseite in den Umflutkanal. Es war für uns eine Erstbefahrung, die Jahre zuvor waren wir die Berste abwärts gepaddelt. Der Umflutkanal umgeht die Stadt in östlicher Richtung. Kurz nach der Schleuse ist man bereits im Grünen. Plötzlich schien auch kurz die Sonne, um wenig später wieder von dunklen Wolken verdeckt zu werden. In und vor der Schleuse Hartmannsdorf kam dann aber ein sehr, sehr heftiger Schauer. Für kurze Zeit wurde das Wasser über uns kübelweise ausgeschüttet, versetzt mit einigen Hagelkörnern. Gut eingemummelt im Kajak war dieser Guss zu überstehen. Nur unsere drei Schleusenwärter wurden hier ordentlich nass.

In Petkamsberg angekommen, schien schon wieder die Sonne. Die Fahrtenleiter hatten hier Plätze und Essen bestellt. So ging alles recht zügig und bald konnte sich wieder warm gepaddelt werden. Kurz nach Petkamsberg verließen wir die Hauptspree und paddelten auf dem Puhlstrom weiter bis zu unserem Ziel. Nach „anstrengender“ 20 km Paddeltour konnte dann in der Sonne Kaffee getrunken werden, bevor die Kraftfahrer nach Lübben zu ihren Fahrzeugen kutschiert wurden.

Am Abend folgt der nächste Höhepunkt der Fahrt. Auf einer 2 m langen Tapeziertafel wurde das Buffet angerichtet. Jeder Teilnehmer brachte entsprechend seinen Fähigkeiten und seiner Fantasie eine kulinarische Köstlichkeit mit. Bei 28 Teilnehmern kommt da ganz schön was zusammen. Am Ende reichte die Tafel nicht aus und es musste ein weiterer Tisch angestellt werden. Nach Vorstellung all dieser Delikatessen und Leckerbissen ging`s dann endlich ans Verputzen, Verkosten und Vernaschen der Schleckereien, nachgespült wurde mit Erdbeerbowle, Obstlikören und griechischem Weinbrand. Zu vorgerückter Stunde wurden die Musikinstrumente, eine Gitarre und eine Trommel, hervorgeholt und mit frisch geölten Stimmen wurde gesungen.

 

Am Sonntag weckte uns die Sonne. Tische und Stühle wurden unter den schattigen Tarps hervorgeholt und fürs Frühstück in die Sonne gestellt. Heute war Sommeranfang. Gegen 10 Uhr starteten wir zu einer kleinen 12 km Vormittagsrundfahrt. Eine Schleuse im Puhlstrom, eine Schleuse in Leipsch, ansonsten wieder nur Natur.

 

Leider nahm die Bewölkung wieder zu, so dass es nur wenige Sonnenlöcher gab. Nach 2 ½ Stunden war die Runde vollendet und damit war auch wieder ein schönes Paddelwochenende vorbei. Alle freuen sich schon wieder auf die nächste Gurkenfahrt.

Vielen Dank, Christine und Holger, für die tolle Organisation des Biwakplatzes, das Mittagessen in Petkamsberg, die frischen Schrippen am Sonnabend und die Tarps gegen den Regen. Gleichzeitig sollte das aber auch Anregung sein für die Sportfreunde, die noch keine Fahrt organisieren.

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