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Um 9:30 Uhr trafen wir (20 Personen) uns fast vollzählig bei Nebel und Temperaturen von -3 Grad am Treffpunkt an der HEM Tankstelle Waltersdorfer Chaussee 24 in 12529 Schönefeld. Als das letzte Fahrzeug eingetroffen war, wurden die rätselhaften Fragen zum Zielort beantwortet – alles in etwas geraffter Form, denn wir hatten Termine. Pünktlich um 10:00 Uhr startete der Konvoi in Richtung Autobahn. Die Ansage – wir fahren die A13 in Richtung Dresden - ist wohl etwas untergegangen, und so fuhr ein Teil der Nebelfreunde zunächst Richtung Frankfurt Oder. An der Raststätte Am Kahlberg haben wir uns dann wieder getroffen und konnten nun nach Bekanntgabe des Zielortes – Museumsdorf Glashütte – gemütlich weiterreisen.

Wir alle hatten Kaffeedurst und Appetit auf Süßes. Peter und Lars konnten den berühmt berüchtigten Geigenkoffer im Bollerwagen transportieren und genossen ihren 1. Whisky auf ihren Höckerchen gleich am Parkplatz vor der Museumsherberge Glashütte, dem ehemaligen Schulhaus des Ortes. Der Kaffee und die leckeren Kuchen von Dagmar und Christel sowie die traditionellen 11.11. Pfannkuchen waren schnell getrunken und gegessen, denn um 11:30 waren wir verabredet an der alten Glashütte.

 Der Ort Glashütte und das Museum feierten in diesem Jahr 300 jähriges Jubiläum, und auf der Führung durch die Glashütte und das Museum lernten wir einiges über die Verfahren zur Glasherstellung und den Glasmacher Reinhold Burger, der seine Kindheit im Ort verbrachte und 1903 ein Patent auf die Thermoskanne anmeldete. Drei Bestandteile hat Glas: Sand, Kalk und Soda. Die unvorstellbaren Mengen Holz die nötig waren um die entsprechenden Temperaturen zur Glasschmelze zu erreichen und die Pottasche zu gewinnen haben uns erstaunt. 1875 wurde der Ort an die Berlin – Dresdener Eisenbahn angeschlossen. Am 30.9.1980 wurde die Baruther Glashütte aufgrund technischer Mängel und Baufälligkeit geschlossen. Es wurden dort Lampenschirme und Gärballons produziert. In der Ofenhalle führte uns eine Glasbläserin das Glasblasen vor, und wir betrachteten den alten Wannenofen .

 Ab ca. 13:30 spielten 2 Mannschaften mit Didi und Ralle auf der Wiese vor der Museumsherberge und als Sieger konnten die stolzen Gewinner Petra und Lutz ihren Pokal entgegennehmen. Dann gab es Glühwein, Schmalzstullen und Linseneintopf bei sonnigem Wetter natürlich im Garten der Jugendherberge.

     

Bis 17:00 Uhr hatten im Ort noch der alte Dorfkonsum, die Töpferei, ein Schoko–Laden, eine Filzerei und Boutique, ein Seifenladen und ein Glasstudio geöffnet, und wir waren bummeln, staunen und Geld ausgeben. Der Ort mit den alten Häusern, Werkstätten und Gärten ist heute sehr idyllisch, jedoch wohnten hier mal in den wenigen Häusern 460 Einwohner. Muss das eine Enge gewesen sein,  eine Schulklasse hatte dort bis zu 70 Schüler. Das ehemalige Schulhaus ist schon lange eine Museumsherberge und wird von Jahr zu Jahr verschönt. Dort wohnten in kleinen Zimmern Regina und Dieter, Marita und Bernd und im 3. Zimmer Christel, Susanne und Dagmar. Alle anderen waren im Nebengebäude gut untergebracht. Da wir die einzigen Gäste waren, durften wir uns auf alle weiteren Zimmer verteilen .

 Um 17:15 Uhr begann Dr. Georg Goes Führung durch den Ort, die vor dem 1860 erbauten Gasthof Reuner endete. Wir hatten Fackeln und Kerzen dabei, und so war es eine romantische informative Wanderung.

Herr Reuner und sein Team hatten für uns ein warmes Buffet mit Schweinebraten, Rehbraten, Fisch, Pilzen, Gemüse, Kartoffeln, Knödel und Pudding zubereitet. In dieser gemütlichen Runde haben wir uns bei Regina und Dieter für ihre allseits beliebten perfekt organisierten Nebelfahrten ins Berliner Umland mit einem Fläschchen Küstennebel und einem Gutschein für die Satama Sauna in Wendisch Rietz bedankt.

Gegen 21:00 Uhr wechselten wir in den Clubraum der Museumsherberge. Bernd testete die alte Musikanlage und die als Wanddeko angebrachten LP´s. Wir hatten alle einen leichten Frischluftkoller und gingen nicht allzu spät ins Bett.

Am Sonntag erwachten wir wieder bei strahlend blauem Himmel und frühstückten in der Museumsherberge, bevor wir in Richtung Zossen aufbrachen. Um 11:00 Uhr waren wir im Schulmuseum bei Frau Hansen angemeldet. Frau Hansen und der Heimatverein Alter Krug Zossen e.V. haben sehr liebevoll dieses Museum eingerichtet und entsprechende Ausstellungsstücke zusammengetragen. Im Handumdrehen verwandelten wir uns in Schüler einer Schulklasse und lauschten eine Schulstunde lang, wie das Lernen in früheren Zeiten so war. Der Lehrer war ja eine Respektperson und hatte seinen Assistenten. Trotz großer Klassen wurde eben in vollendeter Schönschrift geschrieben und viel gelernt. Die Schultaschen wurden von einer Generation an die nächste weitergegeben, und die Kinder trugen Schuluniformen statt Markenklamotten.

Unser Überraschungsgast war Jörg, der uns dann noch ein Stündchen durch Zossens Geschichte führte. Am weißen Schwan endete unser Rundgang und wir beendeten dort die Nebelfahrt mit einer wärmenden Kartoffelsuppe.

Für Nicole und mich waren es erste Erfahrungen als Fahrtenleiter, und wir hatten Spaß bei den Vorbereitungen und wurden von Regina und Dieter in das Nebeln gut eingeweiht. Nun halten wir Augen und Ohren auf für neue Ziele, denn nach der Nebelfahrt ist vor der Nebelfahrt.

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