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In diesem Jahr sollte es nach zweijähriger Unterbrechung wieder in ein Standquartier nach Dresden gehen. Unsere Senioren reisen bereits am frühen Nachmittag an und genießen im „Schillergarten“ in unmittelbarer Nähe des „Blauen Wunders“ die erste Eierschecke, einen Eiskaffee oder einen Eisbecher. Bis zum späten Abend sind alle 20 Teilnehmer in der Kanustation Wassersportverein Wiking Schweifsterne eingetrudelt. Auf der total vertrockneten Wiese finden sechs Zelte ausreichend Platz, und auch die Schlafautos können sich einigermaßen schallgeschützt hinstellen.

Aufgrund des sehr trockenen Sommers in Mitteleuropa führt die Elbe nur einen mageren Wasserstand von rd. 50 cm am Dresdner Pegel. Das würde sich natürlich negativ auf die Fließgeschwindigkeit auswirken. Also legt  der Fahrtenleiter einen Start in Dresden auf 09.00 Uhr fest. Kein Problem, am Sonnabendmorgen huppen die Ersten bereits um halb sieben um ihre Zelte und Schlafautos. Aber bei den gering bemessenen Sanitäreinrichtungen braucht es schon eine gewisse Zeit, bis 10 Frauen und 10 Männer sich an dem jeweils einzigen Waschbecken durchgedrängelt haben.

In der Nacht war ein ca. zweistündiges Gewitter im Elbtal niedergegangen, so ist es am Morgen herrlich frisch und man kann nach den vielen Tropentagen mal wieder gut durchatmen. Alsbald trudeln auch unsere bewährten Schrippenholer Holger und Ralle ein, und es kann ganz gemütlich gefrühstückt werden. Nun müssen nur noch einige Boote verladen werden. Der Fahrtenleiter hatte bereits am Vorabend die Logistik geklärt und so brauchen nur fünf schwer beladene Fahrzeuge um neun Uhr in Richtung Bad Schandau zu starten.

Zum Glück kennen alle den Weg, denn bei den vielen zu beachtenden Ampeln in Dresden, Heidenau und Pirna ist es fast unmöglich, die Kolonne zusammen zu halten. Aber kurz nach 10 Uhr sind alle unterhalb des Bahnhofs in Bad Schandau angekommen. Diese Einstiegsstelle wird auch von den Verleihern genutzt. Hier steht schon eine größere Gruppe und wartet auf ihre Schlauchboote. Aber wir waren fünf Minuten vor den Bootstransportern angekommen. Wegen des Niedrigwassers können wir die Boote gut auf dem geräumigen Kiesstrand am Ufer ablegen.

Königstein mit Festung Königstein

Oberhalb der Einsatzstelle befindet sich ein sehr großer Parkplatz, der neuerdings auch gebührenfrei ist. Gegen 10.30 Uhr sitzen alle in ihren Booten und steuern die Flussmitte an. Heute muss man sich am besten nach den roten (Steuerbord) und grünen (Backbord) Bojen richten, dann erwischt man garantiert die Schifffahrtsrinne und damit die größte Fließgeschwindigkeit. Am Start sprach der Fahrtenleiter noch davon, dass heute nicht mit Schifffahrt zu rechnen sei. Aber wegen des Dresdner Stadtfestes, das immer am dritten Augustwochenende stattfindet, kommt aus Richtung Tschechien eine kleine Flutwelle, die den Pegel um etwa 15 cm erhöht. Damit können heute doch einige Ausflugsdampfer fahren.

 

Die Basteifelsen

Die Elbströmung ist in Flussmitte somit noch ganz ordentlich und bei zügigem Paddeln können etwa 10 km/h erreicht werden, wie einige der Messgeräte anzeigen.

Alsbald nähern wir uns der einzigen Gier- oder Seilfähre in Rathen. Ein  wenig Achtsamkeit ist an diesen Fähren immer erforderlich, aber sie werden ja auch am Ufer durch entsprechende Schifffahrtszeichen angekündigt. (Und niemals zwischen den gelben Bojen durchfahren! Es besteht Lebensgefahr und die Aussicht auf 35 € Verwarnungsgeld). In Rathen bedeutet das, dass sich die Fähre am rechten Ufer befinden muss. Rechtsseitig sich durchzumogeln, wäre heute bei dem geringen Wasserstand auch gar nicht gegangen, die Anfangsboje des Fährseils liegt fast am Ufer. Also warten wir geduldig, bis  die Seilfähre langsam vom linken Ufer ablegt. 

Nach Rathen beginnt das imposante Felsdefilee mit der allseits bekannten Basteibrücke. Hier lassen sich selbst die Ständigpaddler mal eine Weile treiben und bestaunen die Felsformation. Nach sechs Kilometern wird Wehlen erreicht, und vorbei ist’s mit den Felsen. Nach zwei weiteren Kurven befindet sich nach 20 km auf der linken Seite Obervogelgesang.

 Anstehen am Imbissstand in Obervogelgesang

Der Elbgasthof hat am Ufer noch einen Imbisskiosk für eilige Kunden, wie Radfahrer und Kanuten, errichtet. Inzwischen knallt auch wieder eine heiße Sonne mit entsprechen Temperaturen auf uns nieder. Aber hier kann ausreichend Flüssigkeit nachgetankt werden.

Nach einer längeren Pause wird der lang ersehnten Badestelle entgegen gepaddelt. Hinter Pirna, etwa auf der Höhe von Heidenau mündet rechtsseitig die Wesenitz mit kaltem klarem Wasser. Sie hat heute 19 Grad, die Elbe 23 Grad. Leider ist das Wasser nur maximal knietief, und man muss sich zur Erfrischung schon hineinlegen.

Der Fahrtenleiter vorm Schloss Pillnitz

Jetzt liegen nur noch 11 km vor uns. Na, die schaffen wir auch noch. Alsbald fahren wir am Schloss Pillnitz vorbei. Gegenüber früheren Elbefahrten bei hohen Wasserständen liegen wir fast eine Stunde zurück. Aber bis 16.00 Uhr haben nach 38 km alle unser Ziel erreicht.

Schnell ist eine Kaffeetafel gedeckt. Christine gibt heute ein kleines Fest anlässlich eines runden (Senioren-)Geburtstags. Liebe Christine, wir wünschen Dir weiterhin beste Gesundheit und hoffen, dass wir noch recht lange mit Dir paddeln können.

Danach startet ein Pendelauto nach Bad Schandau. Ralf und Sven haben von der Paddelei noch nicht genug und fahren über den Elberadweg mit Fahrrädern zum Startort. Nach zwei Stunden sind dann alle wieder beisammen. Inzwischen glüht auch der Grill. Wir haben unsere Tische nahe am Wasser aufgestellt, denn wir erwarten, dass heute wieder die alljährliche Dampferparade stattfindet. Alsbald ertönt am „Blauen Wunder“ die erste Schiffssirene und vorbei fährt das Flagschiff der Dresdner Schaufelraddampfer – August der Starke, dem sich kurz danach die kleineren Dampfer anschließen. Als es schon dunkel ist, kehren alle nach einer Wende in Pillnitz zurück. Der Wasserstand mit 65 cm Dresdner Pegel reicht für den etwa halben Meter Tiefgang  für die Schiffe gerade so aus. Trotzdem fahren sie zu unserer Freude sehr, sehr langsam. Bei der Rückfahrt wird jedes Schiff am „Blauen Wunder“ mit einem kleinen Feuerwerk begrüßt, welches wir von unserer Aussatzstelle am Ufer bewundern können.

 Abendliche Dampferparade zum Dresdner Stadtfest 

Am Sonntagmorgen starten wir um halb zehn in Richtung Hohnstein. Hier brauchen wir wegen einiger Umleitungen über eine Stunde, ehe wir endlich den großen Parkplatz am Ortsausgang von Hohnstein erreicht haben. Unser Ziel ist der Aussichtspunkt und die Gaststätte Brand. Aber zuerst heißt es aufwärts steigen. Inzwischen brennt auch die Sonne wieder ganz schön und bringt uns gehörig ins Schwitzen. Der höchste Punkt, den wir erreichen, ist der Schanzberg mit der Napoleonschanze mit 392 m über NN. Das sächsisch-böhmische Grenzgebiet wurde aufgrund seiner strategischen Lage im Herbst 1813 zum Aufmarsch- und Durchzugsgebiet gewaltiger Truppenmassen sowie Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen dem napoleonischen Frankreich sowie Österreich, Preußen und Russland. Auf dem Schanzberg befanden sich drei französische Geschützstellungen. Die Kanonen waren in Richtung Polenztal gerichtet.

  

Nach kurzer Pause wenden wir uns bergab und wandern auf einem schattigen Waldweg bis zur Brandstraße. Zur Mittagszeit haben wir die Gaststätte am Brand erreicht. Alle finden ein schattiges Plätzchen. Praktischerweise erhält man Speisen und Getränke per Selbstbedienung, so dass alle relativ schnell befriedigt werden. Anschließend genießen wir die atemberaubende Brandaussicht, sie zählt zu den berühmtesten Aussichten der Sächsischen Schweiz. Ob der flimmernden Hitze sind der Lilienstein, der Königstein und der Pfaffenstein mit der Felsnadel Barbarine und die Basteifelsen mit der tief liegenden Elbe trotzdem gut erkennbar. Im historischen Blockhaus, hier befindet sich seit 2006 eine Informationsstelle der Nationalparkverwaltung, können wir noch einmal in einer Reliefdarstellung die gesamte Sächsische Schweiz überblicken. 

 Panoramablick vom Brand

Über die Brandstraße wandern wir auf dem kürzesten Weg zurück nach Hohnstein, besteigen unsere gut aufgeheizten Fahrzeuge und freuen uns auf die nächste Elbefahrt, die uns am dritten Augustwochenende 2019 zum Wasserstraßenkreuz nach Magdeburg führen wird.

 

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