• Kanuwandern 001
  • Kanuwandern 002
  • Kanuwandern 003
  • Kanuwandern 004
  • Kanuwandern 005
  • Kanuwandern 006
  • Kanuwandern 007
  • Kanuwandern 008

Nach dem heißen Sommer und warmen Herbst glaubte keiner mehr so recht an eine Winterfahrt. Aber die Kanubären scheinen einen guten Draht zu dem Wetterverantwortlichen in den Wolken zu haben, und rechtzeitig zum Anreisetag gab’s Nachtfrost und auch am Tage nur 2…3 Grad über Null. Also mussten Schal, Pudelmütze und Paddelpfötchen sowie warme Sachen wieder als notwendiges Accessoire zum Paddeln eingepackt werden.

Angereist sind in diesem Jahr 75 Sportfreunde von 16 Vereinen und 7 Einzelpaddler. Erfahrungsgemäß kommen die meisten Teilnehmer aus Berlin (30) und vom LKV Brandenburg (26), die größte Mannschaft sind in diesem Jahr 13 Sportfreunde vom Rostocker Kanuclub, am weitesten angereist ist eine Sportfreundin aus Bremen, die aber unter den 4 Teilnehmern vom LKV Sachsen-Anhalt gemeldet war, ebenfalls einen weiten Weg hatten 2 Sportfreunde  aus Jena vom LKV Thüringen. Dazu kommen noch einige Vertreter vom ausrichtenden Verein, die aber zu unterschiedlichen Zeiten anwesend waren.

Bis 21.00 Uhr am Freitagabend sind fast alle eingetrudelt, einschließlich derjenigen, die beim Hangelwirt zum Abendessen waren. Nach ein paar freundlichen Begrüßungsworten durch den Fahrtenleiter Jörg, zeigt er uns mangels weiterer attraktiver Angebote Hunderte Fotos vergangener Winterfahrten auf der Spree. Dabei werden altbekannte Gesichter in weitaus jüngerem Qutfit  mit großem Gejohle begrüßt. Sportfreunde, die der Fahrt seit 40 Jahren treu geblieben sind, können sich reichlich widererkennen. Ich persönlich würde mir aber wünschen, in den Beitrag etwas mehr Struktur durch die Voranstellung der jeweiligen Jahreszahl hineinzubringen. Da ging es doch reichlich durcheinander.

Am Samstagmorgen trifft sich alles wieder im Bürgerhaus zum gemeinsamen Frühstück und nimmt dankbar das heiße Wasser für die Teefreunde und den frisch gebrühten Kaffee an, nur zu einem attraktiven Schrippenangebot konnte ich die Fahrtenleitung noch nicht überzeugen. Also fahre ich selber zum 2 km entfernten Minimarkt und hole mir dort die frischen Brötchen.

Da bereits am Vorabend die Boote beim Fürstenwalder Ruderverein abgelegt werden konnten, fahren fast alle ganz ökologisch um 10.05 Uhr mit der Eisenbahn nach Fürstenwalde, infolge des wohl bereits gesprengten Fahrkartenautomaten allerdings auch unter Einsparung der erforderlichen 2,20 €. Dieses Sponsoring  gelingt dem Fahrtenleiter jedes Jahr ohne besonderen Antrag.

 

Jörg bei der Eröffnung

Um 11.00 Uhr bittet Jörg dann zur offiziellen Eröffnung der 41. Winterfahrt auf der Spree. Als erstes gedenken wir in einer stillen Minute an den Initiator dieser Fahrt Hilmar Schmidt, der 1978 die Winterspree das erste Mal mit seinem Verein PCK Schwedt organisierte. Hilmar ist leider am 24. April 2018 verstorben.  

 

Eröffnung der 41. Winterfahrt auf der Spree durch den Fahrtenleiter Jörg

Nach vielen organisatorischen Hinweisen kann dann die 41. Fahrt mit einem kräftigen „Sport frei!“ eröffnet werden. Vor dem Start machen wir natürlich noch  zwecks Dokumentation das unvermeidliche Gruppenfoto.

 

Die Teilnehmer des SCBG: Frank, Anne, Ute, Christine und Wolfgang

Gemütlich paddeln alle über den Oder-Spree-Kanal zur Großen Tränke. Dort zweigt die Müggelspree vom Kanal ab. Das Wehr Große Tränke  wurde im Zuge des 1891 eröffneten Oder-Spree-Kanals gebaut, um den Wasserstand in der Fürstenwalder Spreestrecke zu halten. Seitdem haben nur noch kleinere Fahrzeuge mittels einer Bootsschleppe  einen Durchgang neben dem Wehr. Dort legen auch die meisten Paddler an.

Seit der ersten Winterspreefahrt wird an der Großen Tränke gegrillt und es gibt einen heißen Glühwein.

 

Jana und Silke am Glühweinstand

 

Am Grillstand gibt’s Steak und Bratwurst

 

Den Teilnehmern vom SCBG schmeckt es

An der Großen Tränke führte uns der Hobbybootsbauer Dipl. Ing. Hans Metzkes aus Dresden seine (zum Patent angemeldete) Erfindung vor – ein aufrollbares Boot, welches ich mit Zustimmung des Erfinders in einer Bildstrecke für Interessierte vorstellen möchte. Wer noch mehr wissen will, schaut mal unter www.exoot.de nach.

 

Alle Einzelteile des aufrollbaren Bootes

   

Eine feste aber flexible Bootshaut  bleibt problemlos rollbar

   

Auf die Kante der Bootshaut werden eine Versteifung und die Einstiegsluke einfach aufgesteckt

  

 Zum Schluss wird das Oberdeck aus einer strapazierfähigen und wasserdichten Plane mittels Klettverschlüssen aufgezogen. Der ganze Aufbau dauert 5 bis maximal 10 Minuten.

Dieses nur 15 kg schwere Boot soll wie ein Faltboot als ein tragbares Gepäckstück auf dem Rücken, dem Rad, im Bus, der Bahn oder ganz einfach im Auto transportiert werden können. Natürlich soll es auch in verpacktem Zustand gelagert werden können, so dass es dann auch in der Wohnung oder im Keller einen Platz findet.  Am meisten hat mich beeindruckt, dass man das Boot mühelos von oben unter Ausnutzung der kleinsten Zwischenräume für eine Gepäckfahrt beladen kann und anschließend erst das Oberdeck befestigen muss.

Nach dieser Präsentation (und dem dritten Glühwein) fahren wir weiter. Drei Starter unseres Vereins nutzen die Fischtreppe, die auch beim heutigen Wasserstand für die Wildwassergeübten trotz Glühwein problemlos zu befahren ist.

  

Frank, Anne und Wolfgang (der Fotograf) fahren die Fischtreppe

Anschließend fahren wir im gemütlichen Tempo mit Unterstützung einer leichten Strömung die Alte Spree, wie sie bei den Berlinern heißt, abwärts bis in Höhe der Müggelspree-Turnhalle.

 

Ute, Anne und Frank sowie der Fotograf zwischen Großer Tränke und Hangelsberg

Gegen 14.00 Uhr landen wir an. Na ja, es waren heute auch nur 14 Kilometer. Trotzdem verziehen sich die Meisten nach einer warmen Dusche in ihre Schlafsäcke. Nur die Kanubären müssen heute mit einer arg dezimierten Mannschaft das abendliche Buffet vorbereiten. Darüber habe ich im vorigen Jahr ausführlich berichtet. Nachdem alles fertig ist und auch die bereits zu Hause vorbereiteten Suppen auf Temperatur gebracht wurden, erfolgt der Einlass der Hungrigen.

Die Köchinnen und Köche präsentieren ihre Suppen

  

Doch vorher bedankt sich der Fahrtenleiter noch bei seinen fleißigen Helfern. Dieses kleine Extra von unseren Startgeldern sei Ihnen gegönnt.

Nachdem Jörg nochmals alle begrüßt hat, wird das Buffet freigegeben. Favorit der zehn Suppen ist für mich heute die Gulaschsuppe, und da ich mehr auf Schärfe stehe, vermisse ich an der Kürbissuppe den Ingwer. Aber - wie auch in den Vorjahren - mehr als fünf Suppen sind nicht zu schaffen.

  

Anne probiert die Herbstsuppe

Zum Dessert lande ich beim Kalten Hund, der mich ob seines nicht zu überriechenden Rumaromas zu einem zweiten Stück verführt. Das tolle Rezept erinnert mich an meine Armeezeit, als im Kalten Hund versteckte Schnapsflaschen in die Kaserne geschickt wurden.

Als der Appetit erlahmt, am Buffet zwar aber immer noch etwas zu holen ist, wird das Licht gedimmt und der DJ zieht die Regler hoch. Alsbald erstürmen auch die ersten Tänzerinnen und Tänzer die Tanzfläche. Gegen Mitternacht ist dann langsam Schluss, denn am Sonntag beginnt der Tag schon vor sieben Uhr.

Einige müssen nun nach Spreeau und Erkner ihre Autos pendeln. Die Sportfreunde vom SCBG fahren nach Erkner und kurz vor neun Uhr wieder mit dem Zug nach Hangelsberg. So geht es auch. Halb zehn sitzen wir im Boot und nehmen die 26 km nach Erkner unter die Paddel.

 

Kurz vor dem Start in Hangelsberg

  

Auf der  Alten Spree nach Erkner

Sah es am Morgen noch so aus, als würde die Sonne gegen den Hochnebel gewinnen, bleibt es aber so trübe wie am Vortag. Annes Badethermometer zeigt dieselbe Temperatur wie die Luft an, nämlich nur maximal drei Grad. Aber wir paddeln uns warm. Mittags um zwölf sind wir an der Jägerbude angekommen und machen für ein warmes Getränk und eine warme Suppe eine „kurze“ Pause an der Jägerbude (Wurde dann doch eine Stunde, schneller geht’s dort nicht). Ausgeruht paddeln wir nun zügig nach Erkner zur Aussatzstelle an der Sparkasse.

  

Frank am Ziel in Erkner

 Das war für uns die letzte Paddeltour in diesem Jahr. Jetzt freuen wir uns auf den richtigen Winter mit hoffentlich viel Schnee, nicht nur zum Skifahren, sondern unsere Flüsse brauchen dringend Wasser. Der letzte Dank geht an die Kanubären und ihren Fahrtenleiter Jörg, ist doch die Winterspree eine von nur fünf Wochenendfahrten im LKV Berlin, und sie möge uns noch lange erhalten bleiben.

 

Zum Seitenanfang