• Kanuwandern 001
  • Kanuwandern 002
  • Kanuwandern 003
  • Kanuwandern 004
  • Kanuwandern 005
  • Kanuwandern 006
  • Kanuwandern 007
  • Kanuwandern 008

Wer weiß noch, wann wir die erste Elbefahrt in der jetzigen Form durchgeführt haben? Es war 1996. Allerdings musste sie 2002 leider wegen des Elbhochwassers ausfallen. Und einmal haben wir den Versuch nach Meißen zu paddeln, wegen des heftigen Gegenwinds kurz nach dem Blauen Wunder abgebrochen. Da die Autopendelei nach Meißen über zwei Stunden dauert und da auch wegen des Dresdner Stadtfestes kein schnelles Durchkommen durch das Dresdner Zentrum möglich ist, paddelten wir immer am Sonnabend die auch schönere Strecke von Bad Schandau bis Dresden-Blasewitz. 

Auch in diesem Jahr hatte die Elbe Ende Mai, Anfang Juni wieder ein gewaltiges Hochwasser. Aber bis zu unserem Elbefahrttermin waren alle Schäden beseitigt und der Pegel war, auch wegen des heißen Julis, auf 1,16 m gefallen.

1989 habe ich letztmalig an der gesamten Saalefahrt teilgenommen. Ich hatte damals 72 Teilnehmer gemeldet, 24 von Tiefbau Berlin, 24 von Ljulin Bankja (Bulgarien) und 24 von Moskwa (UdSSR). Zum Glück hatten unsere bulgarischen und sowjetischen Sportfreunde viele Nichtpaddler dabei (die eigentlich in der DDR nur einkaufen wollten), so konnten wir alle Paddler mit vereinseigenen und privaten Booten ausstatten. Inzwischen hat sich die Welt gewaltig gedreht, aber die Internationale Saalefahrt gibt es immer noch. Das Teilnehmerfeld hat sich von etwa 450 auf rund 100 reduziert, den dreigeteilten Wettkampf mit dem hoch emotionalen Kanutenball mit stürmischer Siegerehrung gibt es auch nicht mehr. Dafür geht es heute etwas familiärer und fast persönlicher Betreuung durch die Fahrtenleiter Sigrid und Axel Schönau zu. Die heiß begehrten Thüringer Bratwürste und Rostbrätl gibt es aber in Rudolstadt, Orlamünde und Jena immer noch. Und sie schmecken noch genauso gut wie damals. Neu ist der tägliche Schrippendienst gegen 7.30 bis 08.00 Uhr, der die Aufstehzeit auf frühestens 07.00 Uhr begrenzt. Da auf der Saale einige Wehre zu umtragen sind, kann natürlich kein Gepäck im Boot mitgeführt werden, und so gibt es immer noch einen funktionierenden Gepäcktransport. Bis spätestens 09.00 Uhr muss das Gepäck abgegeben sein. Das große Campingmobilar ist natürlich nicht erwünscht. So sieht man dann auf dem Platz nur die kleinen leichten Iglus oder Tunnelzelte und die Paddler hocken wie ganz, ganz früher auf dem Boden. Aber in Orlamünde, Jena, Camburg und Naumburg gibt es in den Bootshäusern oder Sportplätzen auch Tische und Bänke für das Frühstück oder den gemütlichen Paddlerhock.

1996 haben wir das erste Mal die Gepäckfahrt auf der Müggelspree in der jetzigen Form organisiert. Seit dieser Zeit erfreut sich diese Fahrt allergrößter Beliebtheit. Sie bietet nämlich alles, was das gute alte Wasserwandern ausmachte. Das gesamte Gepäck muss im Boot mitgeführt werden. Es wird an einem idyllischen Fleckchen gezeltet. Abends gibt`s natürlich ein romantisches Lagerfeuer. Gegrillt wird selbstverständlich auch am Lagerfeuer und nicht über den ansonsten mitgeführten Holzkohlegrills.
Nur Eines war in diesem Jahr anders. Wegen des vielen Regens war es unsere erste Paddeltour im Juni. Das Hochwasser von vor zwei Wochen im Spreewald war inzwischen an der Großen Tränke angekommen. Hier war immer noch die Hochwasserstufe 1. Ohne die kleinste Plätscherwelle konnten wir mühelos das Wehr passieren.
Am Wehr Große Tränke zweigt die Müggelspree vom Oder-Spree-Kanal ab und fließt nahezu na-turbelassen und unablässig mäandrierend in westliche Richtung und mündet bei Erkner in den Dämeritz-See.

Oderbruch? Plattes Land im positiven Sinn. Hier findet sich eine Landschaft, die sich abseits vom Massentourismus entdecken und genießen lässt. Mit dem Kajak bietet sich eine phantastische Möglichkeit, die Altarme in Ruhe zu erkunden. Nur selten liegen Orte direkt am Wasser, man ist mit der Natur allein. Erste Rast- und Biwakplätze sind entstanden. Es gibt also eine Infrastruktur für Paddler, aber noch keine Touristenmassen. Wer Einsamkeit und Ruhe sucht, wird hier fündig. Da die Altarme der Oder nur ganz geringe Strömung haben, kann man dort in beiden Richtungen paddeln, es sind sogar Rundtouren möglich

Bis ins 18. Jahrhundert schlängelte sich die Oder in mehreren Armen durch die Niederung des Oderbruchs, die mehrmals im Jahr zu großen Teilen von Hochwasser überflutet wurde, wobei sich auch Verlauf und Bedeutung von Oderarmen änderten. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts floss der Hauptstrom der Oder bis Güstebiese   am Ostrand der Niederung, von dort westwärts auf Wriezen zu, von dort an Freienwalde entlang in Richtung Oderberg und dann ostwärts nach Hohensaaten, wo ihr heutiges Bett anschließt. Dieser Lauf ab Güstebiese wird heute Alte Oder genannt. Der wichtigste linke Nebenarm, heute ebenfalls „Alte Oder“, zweigte schon am Reitweiner Sporn nördlich von Lebus ab und floss am Westrand der Niederung nordwestwärts nach Wriezen. Der untere Teil dieses Oderarms heißt heute Friedländer Strom und mündete bei Wriezen in den damaligen Hauptstrom.

Die Stadt nennt sich inzwischen Wasserstadt Leipzig. Da unser Ausflug nach Leipzig 2005 (ja, so lange ist das schon wieder her) sehr verregnet war, wollten wir 2013 sehen, was sich inzwischen weiter entwickelt hat. Und wir wurden angenehm überrascht. Der Fahrtenleiter hatte ein Quartier beim Kanuverein Motor Leipzig West bestellt. Leider wurde dem Verein Anfang des Jahres die große Zeltwiese gesperrt, da sie im Naturschutzgebiet liegt. So drängelten sich die sechs Zelte auf wenigen Quadratmetern Wiese und die Schlafautos auf dem sehr begrenzten Hof, zumal die Eingänge zu den zahlreichen Bootshallen nicht verstellt werden durften.

Der Verein befindet sich direkt am Connewitzer Wehr. Dort wurden in den letzten Jahren eine Schleuse und ein Kanu-Fisch-Pass errichtet. Natürlich setzten wir an Himmelfahrt oberhalb des Wehres ein und befuhren alle die lange Rutsche. Großes Lob an die Erbauer: Das Boot wird gut mittig gehalten, die Borsten bremsen etwas die Fließgeschwindigkeit und damit die Talfahrt, die Einfahrt ins Unterwasser erfolgt ohne Schwall.

Zum Seitenanfang