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Vorläufer des Sportclubs Berlin-Grünau vor 1969

Die Ursprünge des Sportclubs Berlin-Grünau reichen weit zurück: Wir beginnen unsere historische Betrachtung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Mit dem Befehl Nr. 2 vom 16. Juni 1945 waren alle Sportvereine verboten worden. Auch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 untersagte alle faschistischen Organisationen, dazu gehörte der Reichsbund für Leibesübungen mit allen seinen Unterorganisationen. Das war sozusagen die Stunde Null für den Sport nach dem Ende des zweiten Weltkriegs. 

Einen Neubeginn brachte die Kontrollratsdirektive Nr. 23 vom 17. Dezember 1945: Nun konnten - nach Prüfung und Genehmigung durch die alliierten Stellen - nichtmilitärische Sportorganisationen neu gegründet werden. Es organisierten sich zunächst lose Sportgemeinschaften. Diese Organisationsform war jedoch unzureichend. Deshalb begann man im Jahr 1948 auf Initiative des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds (FDGB) und der Freien Deutschen Jugend (FDJ) eine sportliche Dachorganisation, den Deutschen Sportausschuss, und Betriebssportgemeinschaften (BSG) zu gründen. Die Betriebssportgemeinschaften waren Trägerbetrieben zugeordnet, welche die Finanzierung und Logistik übernahmen. Sie hatten die Aufgabe, sportliche Aktivitäten auf breiter Basis zu fördern und zu organisieren. Zu den Vorläufern des Sportclubs Berlin-Grünau gehörten:

  • 1949 die "Betriebssportgemeinschaft Voran",
  • 1950 der "Sportverein Motor Friedrichshain",

Ab 1952 forcierte die DDR die Entwicklung des Leistungssports. Dazu gründete sie für einzelne Sportarten Stützpunkte, die zunächst noch zu den Betriebssportgemeinschaften gehörten. In ihnen konzentrierte sie Leistungssportler und hauptamtliche Trainer der jeweiligen Sportart. Diese Stützpunkte erhielten neben der betrieblichen eine staatliche finanzielle Unterstützung.

Der Leistungssport im Rudern war zunächst 1951 in der "Betriebssportgemeinschaft Motor Friedrichshain" beim Trägerbetrieb Berliner Bremsenwerk konzentriert. Da diese Betriebssportgemeinschaft bald die hohen materiellen Aufwendungen nicht mehr stemmen konnte, gelangte der Leistungssport zur "Betriebssportgemeinschaft Motor Wendenschloss", deren Trägerbetrieb das Funkwerk Köpenick war. Die Ruderinnen erreichten in dieser Zeit schon europäische Spitzenleistungen.

1951 begann man in der "Betriebssportgemeinschaft Einheit Berliner Bär", eine Sektion Kanu aufzubauen. Die "Sportvereinigung Einheit" hatte in Berlin noch weitere vier Stützpunkte des Kanusports, die 1952 zur "Zentralen Trainingsstätte der Sportvereinigung Einheit Berlin" mit Standort Regattastraße 237 zusammengelegt wurden.

Ab 1954 wurden in der DDR erste Sportclubs gegründet. Sie sollten sportliche Talente fördern und Leistungssportler aufbauen. Sie waren nicht mehr an Betriebe gebunden, sondern finanzierten sich alle aus staatlichen Mitteln. Der Sportclub Motor Berlin übernahm 1955 die Sektion Rudern der "Betriebssportgemeinschaft Motor Wendenschloss". In ihm waren außerdem die Sportarten Leichtathletik, Schwimmen, Springen, Wasserball, Fußball, Handball, Tischtennis, Schach und Eishockey beheimatet. Er benannte sich 1957 in "Turn- und Sportclub Oberschöneweide" um.

Ebenfalls 1954 lösten sich aus der zentralen Trainingsstätte der "Sportvereinigung Einheit" zehn Kanusportler und ein Übungsleiter und gründeten am 09.11.1954 das erste Leistungszentrum der DDR mit einer Kanusektion als "Sportclub Einheit Berlin". Gleichzeitig wurden die besten Segler der Sportgemeinschaften und Betriebssportgemeinschaften im "Sportclub Einheit" zusammengefasst. Der Sportclub hatte auch eine eigene Rudersektion mit einem leistungsstarken Männerbereich. 1958 wurden einige Sportarten, darunter Kanu, zum "Turn- und Sportclub Oberschöneweide" verlagert.

Bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom wird Dieter Krause erster Kanu-Olympiasieger in der Staffel.

Nach den Olympischen Spielen 1960 fusionierten die Sektionen Kanu, Rudern und Segeln aus dem "Sportclub Einheit Berlin" mit dem "Turn- und Sportclub Oberschöneweide".

1963 wurden die drei Sportclubs "Turn- und Sportclub Oberschöneweide", "Sportclub Einheit" und "Sportclub Rotation" zum "Turn- und Sportclub Berlin" (TSC Berlin) vereinigt. Alle Parallelsektionen einer Sportart wurden zusammen gelegt. Man gliederte außerdem den Bereich Kanu des "Sportclub Dynamo Berlin" mit ein.

Zwischen 1963 und 1969 nahm die Zahl der Sportler und Trainer in den drei Wassersportarten Kanu, Rudern und Segeln zu. Die leistungsstärksten Sportler errangen Siege bei internationalen Meisterschaften. Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko gewannen u. a. die Ruderer Lucke/Bothe im Zweier ohne Steuermann die Goldmedaille.

Im "Turn- und Sportclub Berlin" waren 1968 21 Sportarten über Sportstätten in ganz Ostberlin verteilt, was sich wegen der Zersplitterung und langer Wege zunehmend als Hemmnis herausstellte. Deshalb wurden 1969 die drei Wassersportarten Kanu, Rudern und Segeln aus dem "Turn- und Sportclub Berlin" ausgegliedert und im neuen "Sportclub Berlin-Grünau" (SCBG) beheimatet.

Sportclub Berlin-Grünau ab 1969 bis 1990

DatumEreignis

27.10.1969

Gründungsversammlung des Sportclub Berlin-Grünau: Es nahmen 150 Mitglieder der Sektion Rudern, 90 Mitglieder der Sektion Kanu und 62 Mitglieder der Sektion Segeln teil, das waren alle wahlberechtigten Mitglieder ab 14 Jahre zu diesem Zeitpunkt. Der Sportclub hatte seinen Sitz in der Regattastraße 231 - 249 in Berlin-Grünau. Er nutzte die Bootshäuser Regattastraße 231, 237, 239 und 249. Gerhardt Michael wurde Clubleiter.

1969

Die Sektion Rudern hatte 70, die Sektion Kanu 40 und die Sektion Segeln 35 Leistungssportler.

1970

Die Sektion Segeln bezieht ein eigenes Objekt an der Müggelspree in Berlin-Friedrichshagen, Müggelseedamm 270.

1972

Bei den Olympischen Spielen in München gewannen die Ruderer Wolfgang Gunkel, Jörg Lucke und Steuermann Klaus-Dieter Neubert die Goldmedaille im Zweier mit Steuermann.

1972

Horst Hummel wurde Clubleiter des SCBG.

1974

Endlich ab 1974 werden Weltmeisterschaften und ab 1976 Olympische Wettbewerbe im Frauenrudern ausgetragen. Bis dahin hatte sich die FISA dagegen gesperrt.

Da wir uns hier in der Chronik auf Siege bei Olympischen Spielen beschränken, könnte man meinen, die Frauen seien bis zu diesem Zeitpunkt weniger erfolgreich gewesen. Das Gegenteil war der Fall: Bis zur höchsten Wettkampfklasse, an der Frauen teilnehmen durften, den Europameisterschaften, brachten die Ruderfrauen meist mehr Erfolge nach Hause als die Männer.

1976 

Von den Olympischen Spielen in Montreal brachte die Ruderin Viola Poley (in einer Renngemeinschaft mit anderen Ruderinnen) die Goldmedaille im Doppelvierer mit Steuerfrau nach Hause. Auch der Frauenachter war erfolgreich: Goldmedaille für Ilona Richter, Brigitte Ahrenholz, Irina Müller (erst SCBG, dann SCD) und Steuerfrau Marina Wilke zusammen mit weiteren Ruderinnen.

Im Zweier-Kajak über 500 m siegte Joachim Mattern (zusammen mit Bernd Olbricht) und erhielt die Goldmedaille.

1977

Insgesamt 35 hauptamtliche Trainer waren beim Sportclub beschäftigt.

1979

Bezug des neuen Objekts des Sportclubs in der heutigen Sportpromenade 3. Das Objekt verfügte über Bootshallen, Werkstätten, Ruderkästen, Paddelkästen, Krafträume, Ruhe und Umkleideräume, sportmedizinische Räume, ein Clubinternat, einen Küchentrakt und Speisesaal.

1980

Olympische Spiele in Moskau: Jutta Ploch (zusammen mit Jutta Lau, Roswietha Zobelt und Steuerfrau Liane Weigelt) gewannen Gold im Doppelvierer mit Steuerfrau. Der Frauenachter mit Martina Boesler, Ilona Richter, Steuerfrau Marina Wilke holte in einer Renngemeinschaft ebenfalls die Goldmedaille. Gold gab es auch für den Doppelvierer der Männer mit Carsten Bunk und Ruderern anderer Clubs.

Im Zweier-Kajak der Frauen über 500 m holte Martina Bischof (zusammen mit Carsta Genäuß) die Goldmedaille.

1980

Marion Rösiger und Trainer Manfred Glöckner werden aus politischen Gründen und zu Unrecht aus der Olympiamannschaft und dem SCBG ausgeschlossen.

1983

Werner Lempert wurde Clubleiter des SCBG.

1984

Die Olympischen Spiele in Los Angeles (USA) werden durch die DDR und andere sozialistische Staaten boykottiert. Zuvor hatten sich 4 Kanuten des SCBG für die Olympischen Spiele qualifiziert. Sie wurden nun um die Früchte ihres harten Trainings betrogen. Für die Kanuten fanden als Ersatz "Internationale Wettkämpfe der Freundschaft" in Berlin-Grünau statt, die Kanuten des SCBG waren dabei erfolgreich.

1988

Die Olympischen Spiele in Seoul waren die Erfolgreichsten in der Geschichte des SCBG: Für die Olympiamannschaft der DDR wurden aus dem Club 17 Sportler und Sportlerinnen nominiert. Zehn von ihnen wurden Olympiasieger, zwei erkämpften 3 Bronzemedaillen, zwei wurden Siebente.

Die Ruderinnen und Ruderer des SCBG errangen 3 Goldmedaillen:

  • Der Vierer mit Steuerfrau mit den Ruderinnen Martina Walther, Carola Hornig, Birte Siech, Steuerfrau Sylvia Müller (zusammen mit Gerlinde Doberschütz),
  • Der Achter mit Anja Kluge in einer Renngemeinschaft,
  • Der Vierer ohne Steuermann mit Ralf Brudel in einer Renngemeinschaft.

Die Kanuten gewannen zwei Goldmedaillen:

  • Vierer-Kajak der Frauen über 500 m: Heike Singer vom SCBG zusammen mit Anke Nothnagel, Birgit Schmidt, Ramona Portwich,
  • Canadier: Olaf Heukrodt

Die Segler gewannen eine Goldmedaille:

  • Soling: Jochen Schümann, Bernd Jäckel, Thomas Flach

1989

Peter Hartmann wurde Clubleiter des SCBG.

1980er Jahre

Ein typischer Sportleralltag beinhaltete:

  • Training und Wettkämpfe an 7 Tagen in der Woche, zwei halbe Tage je Woche Freizeit,
  • etwa 3 Monate im Jahr Trainingslager im In- und Ausland,
  • mehrmals jährlich Höhentraining. 
  • Alle Sportler gingen parallel dazu ihrer Schulausbildung, der Berufsschule oder dem Studium nach.

Ende 1990

Bedingt durch die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten und die Anpassung der Sportförderung in den Neuen Bundesländern standen keine finanziellen Mittel mehr für den Weiterbestand des Sportclubs in der bisherigen Form zur Verfügung. Die Clubleitung musste alle 113 Mitarbeiter und 35 Trainer entlassen.

Sportclub Berlin-Grünau e. V. ab 1990

DatumEreignis

23.05.1990

Sportler und Mitarbeiter des Sportclubs gründeten den Sportclub Berlin-Grünau e. V. und schufen damit die Voraussetzung für den Fortbestand auch nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Der Verein öffnete sich dem Kinder- und Freizeitsport und nichtolympischen Disziplinen. Zu den traditionellen Sportarten Rudern, Segeln und Kanu kam der Gesundheitssport in einer neugegründeten Abteilung hinzu.

Als 1. Vorsitzender wurde Dr. Werner Wolf gewählt.

Ende 1990

Der Leistungssportbetrieb blieb erhalten, indem der Landesruderverband zahlreiche Trainer als ABM-Kräfte beschäftigte und einsetzte. Außerdem wurden Bundes- und Landestrainerstellen geschaffen. Die Leistungssportler wurden durch die Deutsche Sporthilfe finanziell unterstützt.

1990

Übernahme der Kanu-Wandersportler von der Betriebssportgemeinschaft Tiefbau, denen ihr Bootshaus durch Rückübertragung an den Alteigentümer verloren ging.

1991

Im Jahr 1991 stieg die Zahl der Mitglieder der Abteilung Rudern von 67 auf 158. Die Abteilung beginnt, sich dem Freizeit- und Wanderrudern zu öffnen und den Bootspark mit Gigbooten zu erweitern.

Die Abteilung Kanu wuchs auf 200 Mitglieder im Rennsport, Polo, Wandern und Marathon an und baute eine leistungsstarke Kinder- und Jugendabteilung im olympischen Kanurennsport auf.

1990er Jahre

Als Wettkämpfe für das Masterrudern eingeführt wurden, bereiteten sich im Verein frühere Olympiasieger und Leistungssportler darauf vor und nahmen erfolgreich an den nationalen und internationalen Regatten teil.

1992

Bei den Olympischen Spielen in Barcelona erringen je eine Goldmedaille:

  • Vierer-Kajak über 1000 m: Andre Wohllebe zusammen mit weiteren Kanuten anderer Vereine

1994

Als 1. Vorsitzender wird Frank-Rainer Rohloff gewählt.

1996

Manuela Mucke gewinnt zu den Olympischen Spielen in Atlanta zusammen mit weiteren Kanutinnen die Goldmedaille im Vierer-Kajak über 500 m.

Ein neuer 1. Vorsitzender wird gewählt: Matthias Becker.

1997

Die Segler verlassen den Sportclub Berlin-Grünau e. V. und gründen einen selbstständigen Verein "Yachtclub Berlin-Grünau e. V."

1998

Der 1. Vorsitzender wird neu besetzt: Thomas Richter.

2002

Neuwahl des 1. Vorsitzenden: Michael Neumann.

2008

Der Verein zählte ca. 500 Mitglieder, darin ca. 250 Mitglieder in der Abteilung Kanu, ca. 110 Mitglieder in der Abteilung Rudern und ca. 140 Mitglieder in der Abteilung Gesundheitssport.

Weitere Informationen über Ereignisse der letzten Jahre findest Du unter den Menüpunkten "Chronik" jeder Abteilung und jeden Ressorts.

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